Entschädigung für Opfer aus Togos Nationalmannschaft geplant

togo.gifEin Jahr nach dem Attentat auf die togolesische Fußballnationalmannschaft in Angola gibt es nun Gespräche zwischen den Regierungen der beiden Länder über eine mögliche Entschädigung der Opfer. Bei dem Anschlag durch eine Rebellengruppe waren drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Nach Angaben des togolesischen Sportministers sei die Regierung Angolas zu Kompensationszahlungen bereit.

Es ist heute genau ein Jahr und einen Tag her, dass bei einem Angriff auf die Fußballnationalmannschaft von Togo in Angolas Problemprovinz Cabinda drei Menschen ums Leben kamen und mehrere Personen schwer verletzt wurden. Mitglieder der Rebellenorganisation FLEC hatten die für den Africa-Cup angereiste Mannschaft aus Togo in ihrem Teambus mit Schusswaffen attackiert.

Zwölf Monate nach diesem tödlichen Zwischenfall steht nun die Regierung Angolas in Verhandlungen mit der Regierung Togos, um über eine Entschädigung für die Opfer zu beratschlagen. Wie Togos Sportminister Christophe Tchao der Nachrichtenagentur BBC mitteilte, sei die Regierung Angolas bereit, den Opfern und deren Hinterbliebenen eine angemessene Entschädigung zukommen zu lassen. Welchen Umfang diese Kompensation haben wird, steht bisher noch nicht fest.

Erste Gelder haben die Überlebenden des Attentats sowie die Familien der Opfer bereits durch eine Versicherung erhalten, die die Mannschaft sowie die Mitglieder der Delegation aus Togo vor der Reise zum Africa-Cup in Angola abgeschlossen haben. Ausgezahlt wurden nach Angaben des togolesischen Sportministers dabei Summen zwischen 10 000 und 25 000 US-Dollar.

Unstimmigkeiten gibt es weiterhin um den ehemaligen Nationaltorwart der togolesischen Mannschaft, Kodjovi Obilale. Er wurde während der Schießerei vor einem Jahr schwer verletzt und wird sein Leben lang behindert bleiben. Obilale behauptet, bisher keinerlei Kompensation für sein Handicap erhalten zu haben, was Sportminister Tchao allerdings abstritt. Auch der Ex-Torward habe die Summe erhalten, die ihm aus Versicherungsgründen zustehe.

Für den Verlust von Menschen über eine angemessene finanzielle Entschädigung zu verhandeln ist für die Regierungen der beiden Länder sicher keine leichte Aufgabe. Vielleicht ist es für die Familien der Opfer und für die Businsassen, die bei dem Attentat verletzt wurden, dennoch ein kleiner Trost, dass Ende Dezember letzten Jahres wenigstens einer der Täter ermittelt werden konnte und von den angolanischen Behörden zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist.

Auch die Solidarität im Heimatland der Opfer ist groß. In ganz Togo wurden am gestrigen Jahrestag des Anschlags Gedenkgottesdienste abgehalten.

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