Detailinformation – Ruanda

Detailinformation.gif Auf dieser Seite finden Sie einen ausformulierten Steckbrief zur Geographie, Bevölkerung, Geschichte und Wirtschaft Ruandas.

Manchmal muss man ein bisschen suchen, bis man Ruanda auf der Landkarte findet, denn mit einer Fläche von nur 26.340 km² ist es ein sehr kleines Land. Das "Land der tausend Hügel" liegt im Osten Afrikas. Im Norden grenzt das Binnenland Ruanda an Uganda, im Osten an Tansania, im Süden an Burundi und im Westen an die Demokratische Republik Kongo.

Auf einer geographischen Karte von Ruanda kann man erkennen, dass das Land von drei Großlandschaften geprägt ist. Im Westen liegt die Kongo-Nil-Wasserscheide, im Zentrum von Ruanda erstreckt sich ein Hochplateau und schließlich gibt es die große Senke im Süden und Südosten.

Ruanda hat eine Einwohnerzahl von rund 10 Millionen. 85 % davon sind Hutu, 14 % Tutsi und etwa 1 % gehört zur Ethnie der Twa. Die gemeinsame Sprache der Bevölkerung Ruandas ist Kinyarwanda, daneben wird aber auch Englisch und Französisch gesprochen. Die Mehrheit der Einwohner von Ruanda sind Christen, hauptsächlich Katholiken. Nur knapp 5 % der Bevölkerung gehört der islamischen Religion an.

Die Geschichte Ruandas ist wie fast alle Länder Afrikas geprägt von der Kolonialzeit. Im ersten Weltkrieg verlor Deutschland seine Kolonien und Ruanda wurde den Belgiern unterstellt. Das Herrschaftsprinzip der indirekten Verwaltung verstärkte die Differenzierung der beiden großen Ethnien Hutu und Tutsi, indem die Bevölkerungsminderheit der Tutsi eine Vormachtstellung in der Kolonialgesellschaft erhielt. Nach der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1962 wurde der Konflikt zwischen den beiden großen Ethnien Ruandas immer deutlicher. Es kam wiederholt zu Übergriffen der Bevölkerungsmehrheit der Hutu auf die gesellschaftlich privilegierten Tutsi. Dieser Konflikt um die politische Macht gipfelte 1994 in einem grausamen Völkermord, in dem bis zu 1 Million Menschen ihr Leben verloren.

Die Wirtschaft von Ruanda basiert hauptsächlich auf der Landwirtschaft. Über 90 % der Einwohner sind in diesem Sektor tätig. Ein Großteil davon betreibt den Anbau von Nahrungsmitteln ausschließlich zur Selbstversorgung. Das BIP von Ruanda lag im Jahr 2008 bei weniger als 500 US-Dollar. Die Lebenserwartung der Einwohner von Ruanda liegt aktuell bei knapp unter 50 Jahren.

Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte wird die Landknappheit in Ruanda zu einem immer größeren Problem. Die Hauptexportprodukte Ruandas, die ebenfalls große Teile des Landes als Anbauflächen beanspruchen, sind Tee und Kaffee. Aktuell ist der Tourismus in Ruanda noch kein bedeutender Sektor der Wirtschaft.

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