Sitten und Gebräuche – Ruanda

SittenGebraeuche.gif Ruanda ist eines der kulturell homogensten Länder in Afrika.

Die Bevölkerung setzt sich zwar aus drei unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammen, die jedoch die gleiche Sprache sprechen, keine getrennten Territorien beanspruchen, die gleiche Religion praktizieren und auch im Alltag sehr ähnliche Sitten und Gebräuche pflegen. Man kann in Ruanda also durchaus von einer gemeinsamen Kultur der Bevölkerung sprechen. Die Differenzierung zwischen den Twa, den Hutu und den Tutsi liegt im weitesten Sinne in deren Geschichte (Ursprungsmythen) und in ihrer sozialen Stellung.

Bereits vor der Kolonialisierung durch die Deutschen und später die Belgier war die Gesellschaft Ruandas hierarchischer Natur. Die Twa (Jäger und Sammler) und die Hutu (Bauern) unterhielten Klientelbeziehungen mit den reicheren und gesellschaftlich mächtigeren Tutsi (Rinderzüchter). Die Grenzen zwischen den drei Ethnien waren jedoch zu jeder Zeit fließend, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe konnte sich zum Beispiel durch Heirat oder durch die Vermehrung von Reichtum verändern. Tatsächlich waren die Begriffe Twa, Hutu und Tutsi vielmehr sozialer als ethnischer Natur. Die Entwicklung sowie die Bedeutung einer eindeutigen Identifikation der Bevölkerung mit einer ethnischen Gruppe entstand erst im Laufe des vergangenen Jahrhunderts.

Der Mittelpunkt im Leben der Einwohner Ruandas ist bis heute die Großfamilie. Etwa 90 % der Bevölkerung Ruandas lebt auf dem Land und bestreitet seinen Lebensunterhalt durch den Anbau von Nahrungsmitteln, meistens ausschließlich für den Eigenbedarf. In Ruanda gibt es nur wenige Dörfer im herkömmlichen Sinne. In der Regel leben die Großfamilien gemeinsam auf einem Hügel oder einem anderen Stück Land, das sie gemeinsam bewirtschaften. Feste werden häufig auch in größeren Versammlungen gefeiert. Musik und Tanz ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur Ruandas. Beides dient nicht nur dem Vergnügen, sondern stellt vielmehr ein bedeutendes Kommunikationsmittel der Traditionen der Einwohner dar.

Einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Versöhnung der Bevölkerung nach dem grausamen Völkermord leistet der Sport. Vor allem Fußball erfreut sich bei den Einheimischen einer wachsenden Beliebtheit. Es gibt aktuell zahlreiche Projekte in Ruanda, die vor allem bei Jugendlichen mit Fussball oder einem anderen Mannschaftssport ein verbindendes Element innerhalb der Bevölkerung zu schaffen versuchen.

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