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Tödliche Ausschreitungen in Mosambik

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 2. September 2010

In Maputo und anderen größeren Städten Mosambiks kam es am gestrigen Mittwoch zu vehementen Protesten der Bevölkerung gegen eine angekündigte Erhöhung der Lebensmittel-, Energie- und Benzinpreise. Dabei kamen mindestens vier Menschen ums Leben. Die BBC und die New York Times sprechen von sechs Opfern, wobei sie sich auf lokale Quellen stützen. Laut Aussagen der Polizei wurden darüber hinaus 167 Menschen festgenommen.

Nachdem bekannt wurde, dass die Preise für Getreide, Wasser und andere Lebensmittel sowie die für Benzin ab dem 6. September weiter steigen sollen, gingen viele Menschen auf die Straße. Besonders in der Hauptstadt Maputo kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Demonstranten errichteten Straßensperren, plünderten Lagerhäuser und steckten Fahrzeuge in Brand.

Polizeisprecher Pedro Cossa sagte nach dem Einsatz, dass die Polizisten Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten eingesetzt hätten. Augenzeugenberichten zufolge wurde jedoch auch scharf geschossen. Cossa bestätigte, dass bei den Ausschreitungen auch vier Menschen ums Leben kamen. Kurz zuvor erklärten Polizisten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bereits, dass während den Kämpfen auch zwei Kinder getötet wurden.

Mosambiks Innenminister, Jose Pacheco, rief die Bevölkerung zu Ruhe auf. Der Präsident des Landes, Armando Guebuza, schloss sich in einer Fernsehansprache diesem Aufruf an, stellte aber keine Lösung der Streitfrage in Aussicht. Die Regierung subventioniere bereits die Preise für Lebensmittel und Benzin, weshalb eine weitere Unterstützung nicht geplant sei.

Problematisch ist, dass Mosambik beispielsweise nur 30 Prozent seines Getreidebedarfs selbst produziert und den Rest importieren muss. Aufgrund der Abwertung der eigenen Währung gegenüber dem südafrikanischen Rand und den global steigenden Lebensmittelpreisen wird es für das arme Land immer schwieriger, die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbaren Lebensmitteln sicherzustellen.

Die jetzigen Ausschreitungen sind die schwersten seit 2008, als bei Protesten aus demselben Grund mindestens vier Menschen getötet und über 100 verletzt wurden. Das Auswärtige Amt rät Deutschen, die sich zur Zeit in Mosambik aufhalten, größere Menschenmassen zu meiden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Nachrichten aufmerksam zu verfolgen und sich beim Auswärtigen Amt zu registrieren.

 




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