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Libyen: Zivilisten übergeben Waffen ans Militär

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Sonntag, 30. September 2012

Das libysche Militär hat die Zivilbevölkerung dazu aufgerufen, ihre Waffen abzugeben und dadurch zur Stärkung der Sicherheitslage in dem nordafrikanischen Land beizutragen. Seit dem Ende der Revolution sind in Libyen Schätzungen zufolge noch immer an die 200.000 Waffen aller Art – vor allem Schnellfeuergewehre und Pistolen – im Umlauf. Bei einer Sammelaktion in Tripolis und Bengasi hat das Militär nun zahlreiche Waffen aus dem Verkehr gezogen.

Einer der Organisatoren der Aktion, Ahmed Salem, teilte mit, dass sich in Bengasi über 800 Menschen an der Rückgabeaktion beteiligt hätten und auch in Tripolis kamen deutlich mehr als die erwarteten 200 Menschen. Überreicht wurden an das Militär nicht nur viele AK-47 und Pistolen, sondern auch Handgranaten, Panzerabwehrminen und auch sechs wärmesuchende Raketen. Und damit nicht genug: ein Mann übergab dem Militär sogar einen kompletten Panzer.

Mohammed Salama, ein Bewohner der Hauptstadt Tripolis, begründete seine Teilnahme an der Aktion damit, dass die Zeiten des Krieges nun vorüber seien: „Wir wollen, dass unser Land sicher ist. […] Wir wollen keine Waffen mehr sehen. Wir wollen einfach unser Leben leben.“ Der Geschäftsmann Ibrahim Ali ergänzt, nachdem er sein Maschinengewehr übergeben hat: „Ich möchte an einem friedlichen Ort leben, an dem nur die Polizei und die Armee über Waffengewalt verfügen.“

Organisiert hat die erfolgreiche Aktion das Militär in Kollaboration mit einem privaten Fernsehsender, der live von dem Event berichtete. Der Stabschef des Militärs, Yussef al-Mangoush, kündigte an, dass die Sammelaktion landesweit auch in anderen Städten stattfinden soll. Als Anreiz für Unentschlossene wurde sogar eine Lotterie angeboten. Wer eine Waffe abgibt kann daran teilnehmen und hat die Chance, ein Auto zu gewinnen.

Der Angriff auf die US-Botschaft in Libyen am 11. September, bei dem der Botschafter und drei Mitarbeiter getötet worden waren, hat erneut gezeigt, dass die Regierung die Sicherheitslage auch ein eineinhalb Jahre nach der Revolution noch nicht voll im Griff hat. Mit einer zweigleisigen Herangehensweise versucht sie nun die Situation zu verbessern.

Zum einen soll verstärkt gegen Milizen vorgegangen werden, die ohne staatliche Genehmigung operieren. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche bewaffnete Gruppen, die offiziell lizenziert wurden, und die Sicherheitskräfte unterstützen sollen, bevor sie sukzessive in diese eingegliedert werden.

 

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