Sudan: Vorerst keine Einigung im Grenzkonflikt mit Südsudan

sudan1.gif Bei einem Treffen der Präsidenten des Sudan und des Südsudan am Sonntag konnte ersten Meldungen zufolge keine Einigung im Grenzstreit getroffen werden. Auch der inzwischen enorme internationale Druck führte demnach nicht zu einer Lösungsfindung. Unterdessen verschlechtert sich die humanitäre Situation in der Grenzregion besorgniserregend.

Am Sonntag trafen sich die Präsidenten des Sudan und des Südsudan in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, um über eine Einigung im Grenzkonflikt der beiden Länder zu beraten. Sowohl die Afrikanische als auch die Europäische Union sowie der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatten Omar al-Bashir (Sudan) und Salva Kiir (Südsudan) dazu gedrängt, schnellst möglich eine Lösung in dem Konflikt finden, der bereits vielen hunderten Menschen das Leben gekostet hat. Es liege in der Verantwortung der beiden Staatsoberhäupter, den ersten Schritt zu machen und eine Einigung im Grenzstreit zu erlangen, hieß es im UN-Sicherheitsrat.

Bereits Anfang September waren Delegierte aus beiden Ländern nach Addis Abeba gereist, um mit den Verhandlungen zu beginnen. Zunächst war die Rede von großen Fortschritten bei der Lösungssuche, zumindest vor der Ankunft der beiden Staatsoberhäupter. So zitiert die Nachrichtenagentur BBC Delegierte aus beiden Fraktionen.

Ersten Meldungen zufolge ist es al-Bashir und Kiir an diesem Sonntag jedoch nicht gelungen, sich in der Frage der Grenzziehung zwischen den beiden Ländern anzunähern. Auch die Androhung von Sanktionen von Seiten der UN konnte also nicht zu einer Einigung beitragen. Viele Diplomaten aus anderen Ländern hatten sich schon vor dem Treffen skeptisch zu dessen Erfolgschancen geäußert. Keine der beiden Parteien zeige Bereitschaft, auf einen Kompromiss einzugehen, hieß es.

Im letzten Monat war die Grenze zwischen dem Sudan und dem Südsudan zwar nach über einem Jahr wieder geöffnet worden, jedoch ohne klare Grenzziehung. Während die Präsidenten um eine Einigung ringen, eine Lösungsfindung jedoch offenbar erneut in weite Ferne gerückt ist, wächst das Leid der Menschen in der Grenzregion. Besonders hart ist die rohstoffreiche Region Abyei betroffen. Die humanitäre Situation verschlechtere sich schnell, sagte der UN-Botschafter Peter Wittig gegenüber den Medien. Um weitere Todesopfer zu vermeiden, müssten sofort Lebensmittel in die Region geliefert werden. Wittig forderte die Regierungen beider Länder auf, schnellstens die erforderlichen Schritte zu unternehmen.

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