Dürre bedroht Ostafrika

kenia.gif Der Osten Afrikas wird derzeit von der schlimmsten Dürrekatastrophe seit mehr als sechzig Jahren heimgesucht. Über zehn Millionen Menschen in Kenia und weiteren Ländern der Region sind von einer drohenden Hungersnot bedroht. Der Mangel an Regen sorgte für schlechte Ernten. Die Lebensmittelpreise steigen seit Ende 2010 in der Region in rasantem Tempo. Viele Menschen müssen auf der Suche nach Nahrungsmitteln ihre Heimatorte verlassen.

Mehr als 10 Millionen Menschen sind im Osten des afrikanischen Kontinents von der anhaltenden Trockenheit bedroht. Das berichtete am Dienstag das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe (Ocha). Allein in Kenia droht 3,2 Millionen Menschen eine Hungersnot. Betroffen sind neben Kenia auch die Länder Somalia, Dschibuti, Äthiopien und teilweise auch Uganda. Es handelt sich um die schlimmste Dürrekatastrophe in dieser Region seit rund sechzig Jahren. Grund für die drohende humanitäre Katastrophe ist der Mangel an Regen.

Durch die anhaltende Trockenheit sind die landwirtschaftlichen Erträge stark zurückgegangen. Das wiederum hat seit Ende 2010 einen enormen Anstieg der Lebensmittelpreise zur Folge. Zehntausende Menschen sind laut Angaben der Vereinten Nationen auf der Suche nach Nahrungsmitteln bereits aus ihrer Heimat geflohen. Allein aus Somalia fliehen seit Beginn des Jahres jeden Monat etwa 15.000 Menschen in die Nachbarländer Kenia und Äthiopien. Die Lage in den überfüllten Flüchtlingslagern wird dadurch ebenfalls immer dramatischer.

Wie die Sprecherin des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (Ocha), Elisabeth Byrs, am Dienstag in Genf mitteilte, werden für die Abwehr der drohenden Hungerkatastrophe schnellstens Spenden benötigt. Es gibt jedoch Gebiete in den betroffenen Ländern, in denen man bereits von einer Hungersnot sprechen muss. Besonders bedrohlich ist die Lage für Kleinkinder. Nach Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF sind allein aufgrund der anhaltenden Trockenheit am Horn von Afrika 1,8 Millionen Kinder unter fünf Jahren auf zusätzliche Hilfe von außen angewiesen. Der Prozentsatz an Kleinkindern, die an Unterernährung leiden, ist laut OCHA in manchen Gebieten bereits um fünfzehn Prozent gestiegen.

Die Aussage der OCHA-Sprecherin Byres, dass auch im kommenden Jahr keine Besserung der Situation im Osten Afrikas zu erwarten sei, verdeutlicht das Ausmaß der Bedrohung durch den fehlenden Regen in der Region. Wenn die Lebensmittelpreise weiter steigen, werden immer mehr Menschen dazu gezwungen sein, ihre Heimat zu verlassen um zu überleben. Doch schon jetzt sind viele Auffanglager für Flüchtlinge überfüllt, was auch dort die Versorgung für jeden einzelnen Menschen einschränkt und verstärkt zu Konflikten in den Camps führt.

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