Guinea: Drei Tote bei Protesten

guinea.gifIn der guineischen Hauptstadt Conakry ist es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Mindestens drei Personen wurden getötet und zahlreiche weitere verletzt. Die Opposition wirft der Regierung vor, die auf den 29. Dezember festgesetzten Parlamentswahlen manipulieren zu wollen. Dem amtierenden Präsidenten Conde wird vorgeworfen, einen engen Freund als Leiter der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission eingesetzt zu haben.

Mindestens drei Menschen wurden in der Hauptstadt Guineas, Conakry, bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und oppositionellen Demonstranten getötet. Trotz eines Verbots der Regierung wollte die Opposition am gestrigen Dienstag eine Kundgebung in einem Stadion in der Hauptstadt abhalten. Polizeieinheiten und paramilitärische Truppen hinderten die Protestierenden daran, ins Stadion zu gelangen.

Auch heute kam es zu weiteren Protesten und Zusammenstößen. Demonstranten errichteten Barrikaden, steckten Reifen in Brand und warfen mit Steinen. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Aktivisten vor; zahlreiche Menschen wurden verletzt. Anwohner haben sich aus Angst vor den Sicherheitskräften, die durch die Wohnviertel ziehen, in ihre Häuser zurückgezogen.

Hintergrund für die Proteste in der Hauptstadt sind die geplanten Parlamentswahlen im Dezember. Die Oppositionsführer befürchten, dass es zu Wahlbetrug kommen könnte. Cellou Dalein Diallo, einer der wichtigsten Oppositionspolitiker Guineas, wirft dem Präsidenten Alpha Conde vor, einen engen Freund als Leiter der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission (CENI) eingesetzt zu haben. Darüber hinaus beschuldigt er den Präsidenten des Versuchs, das Wählerregister gefälscht zu haben.

Bei den Präsidentschaftswahlen vergangenen November hatte Diallo knapp gegen den nun amtierenden Conde verloren. Die Wahlen beendeten eine zweijährige Militärherrschaft. Die von der CENI nun auf den 29. Dezember festgesetzten Parlamentswahlen sollten ursprünglich innerhalb von sechs Monaten nach der Wahl des Präsidenten abgehalten werden. Die ersten freien Wahlen vergangenes Jahr sollten Jahrzehnte der Instabilität beenden und das kleine westafrikanische Land in eine friedlichere Zukunft führen. Ob das gelingt, kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch niemand vorhersagen.

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