Wer wird Ägyptens neuer Präsident?

aegypten.gif Im Mai soll in Ägypten ein neuer Präsident gewählt werden. Seit Samstag können sich alle Kandidaten, die sich für dieses Amt bewerben wollen, offiziell registrieren lassen. Als einer der Favoriten wird in vielen Medien der ehemalige ägyptische Außenminister Amr Mussa genannt. Mit Buthaina Kamel ist auch eine Frau im Rennen.

Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak ist bereits vor über einem Jahr aus dem Amt gejagt worden. Am Samstag wurde nun die Suche nach seinem Nachfolger offiziell begonnen. Die Kandidaten können sich bis zum 8. April auf die Bewerberliste um das Präsidentenamt setzen lassen. Voraussetzung für die Kandidaten ist, dass sie mindestens 30 Angeordnete des Parlamentes als Unterstützer aufführen oder die Unterstützung von mindestens 30.000 wahlberechtigten Bürgern in Form von Unterschriften vorweisen können. Voraussetzung ist außerdem, dass die Kandidaten die ägyptische Staatsbürgerschaft besitzen und mindestens vierzig Jahre alt sind. Die Wahl wird voraussichtlich am 23. und 24. Mai stattfinden. Feststehen, wer das neue Staatsoberhaupt Ägyptens wird, soll knapp einen Monat später am 21. Juni.

Einige potenzielle Kandidaten um das Präsidentenamt haben bereits abgesagt. Darunter auch der Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei, dem der Demokratisierungsprozess in seinem Heimatland zu langsam voran geht. Vor allem für die junge Generation der Ägypter, die den Widerstand gegen das Regime Mubaraks organisierten, war ElBaradei eine zentrale Figur geworden und gleichzeitig Hoffnungsträger für die Zukunft des Landes. Bereits im Januar hatte ElBaradei jedoch erklärt, dass er nicht zur Wahl antreten werde.

Zu den Favoriten, die sich bereits zu einer Kandidatur bekannt haben, zählt Amr Mussa. Mussa war zehn Jahre lang Chef der Arabischen Liga (von 1991 bis 2001) und zuvor Außenminister Ägyptens, ebenfalls für zehn Jahre. Er ist ein scharfer Kritiker Israels, was ihm in großen Teilen der arabischen Welt Sympathien einträgt. Ein weiterer Anwärter auf das Amt ist der 75-jährige Mansur Hassan. Hassan war unter Mubaraks Vorgänger Anwar al-Sadat, der 1981 ermordet wurde, Informations- und Kulturminister, wurde dann aber von Mubarak aufs Abstellgleis geschoben, da dieser ihn als Konkurrenten ansah. Die Muslimbruderschaft und der Militärrat sollen sich bereits auf diesen Kandidaten geeinigt haben, so wird zumindest spekuliert. Im Dezember vergangenen Jahres wurde Hassan vom Militärrat zum Vorsitzenden des zivilen Beratergremiums berufen. Für die Demokratiebewegung Ägyptens ist Buthaina Kamel die Favoritin. Kamel ist eine Kritikerin des Militärrats und bereits seit mehreren Jahren Unterstützerin politischer Reformen.

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