Bambuskohle, die neue Energiequelle für Afrika?

suedafrika1.gif Die Bambuskohle könnte ein neues Brennmaterial in Sub-Sahara Afrika werden, das nicht nur die Umwelt schont sondern auch die Waldbestände vor der Abholzung schützt. Eine Partnerschaft zwischen Afrika und China, die dieses neue Material in Afrika fördern will, wurde auf der Klimakonferenz in Durban bekannt.

Rund 70 Prozent der Haushalte in Sub-Sahara Afrika kochen Schätzungen zufolge mit Feuerholz oder Kohle, die aus Hölzern gewonnen wurde. Diese Form der Energiegewinnung trägt dazu bei, dass immer größere Waldflächen abgeholzt werden und ist zudem eine große Belastung für die Umwelt. Das jedenfalls ist die Meinung der Vorsitzenden des „Internationalen Netzwerks für Bambus und Rattan“, Frau J. Coosje Hoogendoorn. Eine Möglichkeit, um diese negativen Folgen in Zukunft zu vermeiden, ist die Substitution von Feuerholz und Holzkohle durch Bambuskohle. Dies sei nach Angaben von Frau Hoogendoorn eine saubere, nachhaltige und nicht zuletzt realisierbare Alternative zum bisherigen Verbrauch.

Und tatsächlich war die Diskussion um die Verbreitung der Bambuskohle in Afrika auch Gegenstand der Klimakonferenz in Durban, die vor wenigen Wochen endete. Dort wurde eine Partnerschaft zwischen Afrika und China bekannt, die die Nutzung von Bambusholz in afrikanischen Ländern fördern soll. In China wird Bambuskohle bereits seit 1000 Jahren hergestellt und auch in andere Länder exportiert.

Anders als allgemein häufig angenommen ist Bambus auch in vielen Regionen Afrikas zu finden. Auf dem Kontinent sind zwei unterschiedliche Arten beheimatet. Eine davon in den Hochebenen Ostafrikas, die andere Art in den tiefer liegenden Gebieten Afrikas. Und auch auf der Insel Madagaskar wachsen diverse Bambusarten. Mit dieser Pflanze lässt sich eine Kohle herstellen, die der Nutzung von Holz oder Holzkohle sehr ähnlich ist. Ohne die Umwandlung der Bambuspflanze in Kohle ist das Material jedoch nur bedingt zum Feuer machen geeignet, da es sich schlecht lagern lässt und schnell verbrennt.

Für die Menschen in Sub-Sahara Afrika, die ihre Nahrung mit Mitteln jenseits von Elektronik oder Gas zubereiten, ist die Bambuskohle eine regional vorhandene und nicht zuletzt umweltschonende Möglichkeit, dies auch weiterhin zu tun, so Frau Hoogendoorn. Diese neue Form der Energiegewinnung würde außerdem nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch die Wälder Afrikas vor der Abholzung schützen. Ein weiterer Vorteil von Bambus ist, dass er schnell nachwächst, eine Eigenschaft, die diese Pflanze den Bäumen ebenfalls voraus hat.

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