Karibu im Mara Bush Camp

kenia.gifWir verbrachten vom 21.-25.08.2010 fünf überwältigend schöne Tage in diesem Luxus-Camp. Aber beginnen wir von vorn. Insgesamt waren wir 14 Tage auf Safari und das Bush-Camp unsere letzte Station. Vor der Reise haben wir uns ganz unbedarft gefragt, wie das wohl mit den Zelten werden kann. Die Gedanken dass wir Camping vorfinden, konnten wir schnell vergessen. Wir hatten uns bewusst Zeltcamps ausgesucht und alle waren luxuriös ausgestattet, aber als wir dann unser Ziel, die Maasai Mara erreichten, mussten wir uns doch mehrmals ungläubig ansehen.

mara-bush-camp-kenia.jpgBei der herzlichen Begrüßung im Camp wurden wir von Charles bei einem kühlen Drink mit den Verhaltensregeln vertraut gemacht. Es ist ja ein offenes Zeltcamp und man schläft mit Hippo, Leopard und Löwe gemeinsam oder besser gesagt, während wir schlafen, inspizieren die genannten schon mal das Lager :-).

Am Ende fragt uns Charles, ob wir alles essen können oder ob jemand damit Probleme hat. Eine Frage, die für uns ziemlich unerwartet kam, immerhin befinden wir uns ja mitten in der Mara. Ernst hat eine Gluten-Allergie und nimmt sich deshalb von Zuhause immer eine Ration spezielles Brot mit in den Urlaub, egal wohin es geht. Trotzdem versuchten wir mit schmückenden Worten zu erklären, dass weißes Mehl und Roggenmehl Probleme bereitet, wir aber darauf eingestellt sind. Charles antwortet, dass dies kein Problem sei, auf gluten freies Essen seien sie eingestellt. Wir müssen ziemlich komisch geschaut haben, aber wer kann denn auch damit rechnen, dass in einem Camp mitten im Busch, etwas südlich vom Äquator, die Küche auf Gluten-Allergiker eingestellt ist.

gnus-mara-kenia.jpgAlle Hochachtung für diese Tatsache, Ernst bekam Pancakes und Brot gebacken, passendes Müsli zum Frühstück und auch die richtigen Nudeln am Pasta-Abend. Damit nicht genug; der Koch wusste sogar, dass er die Lebensmittel zuerst zubereiten muss, damit keine Reste der normalen Nudeln in der Pfanne sind. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank an den "Chefkoch", wir haben uns leider bei der Abreise nicht mehr gesehen.

Die Mannschaft ist sowieso genial, nirgendwo anders werden einem die Wünsche in einer solch netten Form direkt von den Lippen abgelesen, so dass man sich mehr als wohlfühlen muss. Wenn man am ersten Tag gesagt hat, dass man den Kaffee mit wenig Milch oder den Tee mit 1,5 Löffeln Zucker trinkt, dann war das für den Rest des Urlaubs gespeichert und es bedurfte keines weiteren Wortes. Es wurde automatisch perfekt zubereitet und sogar morgens um halb sechs ans Bett/Zelt geliefert. Hammer!

lounge-zelt-mara-kenia.jpg Die Einrichtung des Camps ist derart gelungen, dass man an dieser Stelle nur gratulieren kann. Hier hatte bestimmt Frau Nowak nicht unerheblichen Anteil (oder?). Ob nun Betten, Schränke, Schreibtisch und Bad im Zelt oder die Bar, Das Lounge-Zelt und das Buffet, alles ist so gelungen, dass wir es als sehr romantisch empfunden haben.

Im Zelt fehlten weder Bademäntel noch Badeschlappen! Natürlich war auch immer flüssige Seife und Shampoo aufgefüllt. Und das Beste war fließendes Wasser, Toilette und Dusche fast wie zuhause, obwohl wir hier keine Leitung der städtischen Werke vorfinden. Wohl liegt das Camp direkt am Olare Oruk Fluss, aber den haben die Hippos fest im Griff und mit diesem Wasser hätten wir auch nicht duschen wollen 🙂 und so muss jeder Tropfen, den wir verbrauchten mit einem Tankwagen rangeschafft werden. Das schönste am Abend war die Kübeldusche, wenn David nach der Vorbereitung rief: "welcome for shower". Dann hatte er einen großen Behälter mit warmem Wasser in den Baum gehievt und wir hatten unsere "Luxusdusche".

Noch eins. Selbst ein Betthupferl am Abend auf dem Kissen fehlte nicht. Sicher müssen wir bei diesem Komfort nicht erwähnen, dass für den permanent fröstelnden weiblichen Teil unserer kleinen Reisegruppe (nachts wird es auf 1600 m schon mal kalt) natürlich auch eine Wärmflasche im Bett lag. Liebes Bush-Camp-Team, ihr könnt es nicht mehr besser machen.

geparden-mara-kenia.jpgNun aber zu den tierischen Highlights. Wenn der Leopard nicht gerade im Camp Streife ging, dann posierte er unweit vom Camp in seinem Lieblingsbaum oder verschaffte sich am Ufer des Talek eine Zwischenmahlzeit. Auch die Geparden sind wirklich häufig anzutreffen, da während der Migration der Tisch immer gedeckt ist. Wir haben viele schöne Begegnungen mit der gesamten Großtierwelt in unmittelbarer Nähe des Camps gehabt. Junge Löwen und Löwinnen in 3 Meter Entfernung vom Jeep fotografieren zu können, dass ist schon ein irres Erlebnis. In einer Herde von Gnus zu stehen, die sich über ein Tal zum Grasen verteilt haben, soweit das Auge reicht, mutet fast unwirklich an.

taenzer-mara-kenia.jpgDas Beeindruckenste war aber das Crossing der Gnus und Zebras. Ein emotionaleres Erlebnis kann man wohl nicht haben, wenn man in der Mara ist. Und wir hatten das Glück, dabei zu sein, wie mehrere tausend Gnus den Mara-Fluß überquerten, Krokodilen zum Trotz und mit viel Staub und Getöse. Letztendlich tragen wir neben 3000 Fotos und 4 Stunden Film jetzt ein nicht löschbares Feuer in unseren Herzen mit zurück nach Deutschland, das uns sicher wieder an diesen Ort zurück führen wird. Bitte lasst dann das Mara-Bush-Camp an gleicher Stelle sein!

Kwaheri und Karibu tena

von Mona & Ernst

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