Genmais für Kenia – Bauern protestieren

kenia.gif Bisher war die Einfuhr von genetisch veränderten Pflanzen sowie Saatgut in Kenia gesetzlich verboten. Doch nun liegt ein südafrikanisches Schiff im Hafen von Mombasa, das genmanipuliertes Saatgut für Mais geladen hat. Die Regierung legitimiert die Entscheidung, die Regulationen für den Import genetisch veränderter Produkte aufzuheben, mit der Tatsache, dass in Kenia aufgrund der Dürre großer Mangel an Grundnahrungsmitteln besteht. Die lokalen Bauern fürchten zurecht um ihre Existenz.

Nach Angaben von Umweltorganisationen ist er bereits in Kenias größtem Hafen in Mombasa eingetroffen – der Genmais. Genauer gesagt handelt es sich bei der Lieferung aus Südafrika um Saatgut, das genetisch manipuliert worden ist. Mehrere hundert Menschen kamen Ende der Woche in der Hauptstadt Nairobi zu einer Demonstration zusammen, um gegen den Beschluss der Regierung zu protestieren, erstmals in Kenia den Import genmanipulierter Nutzpflanzen zuzulassen.

Unter den Demonstranten waren neben Umweltaktivisten hauptsächlich lokale Landwirte vertreten. Sie sehen sich durch den Import des Genmais in ihrer Existenz bedroht. Und das nicht zu unrecht, denn die genetisch veränderten Sorten sind bis zu 30 % günstiger als die herkömmlichen Sorten. Weiterhin befürchten die Landwirte, dass der Boden durch die genmanipulierten Maissaaten verunreinigt wird. Die Demonstranten fordern ausdrücklich: Das genmanipulierte Saatgut muss zurück nach Südafrika geschickt oder noch besser gleich ganz vernichtet werden.

Auch der Vorsitzende des kenianischen Landwirtschaftskomitees, John Mututho, sprach sich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur BBC eindeutig gegen die Einfuhr dieser „giftigen Produkte“ aus, wie er das Saatgut bezeichnete. Er kündigte an, in der kommenden Woche zusammen mit einer parlamentarischen Delegation nach Mombasa zu reisen, um die Lieferung gründlich in Augenschein zu nehmen.

Die Argumente der Regierung, die Regulierungen gegen den Import von genetisch veränderten Nutzpflanzen weitgehend aufzuheben, stützen sich auf den derzeitigen Mangel an Grundnahrungsmitteln in Kenia. Durch die Dürre der letzten Monate war die Ernte schlecht, die Preise für Lebensmittel sind gestiegen. Einem kürzlich veröffentlichten Bericht des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA) zufolge sind über 3 Millionen Menschen in Kenia aufgrund dessen von einer Hungersnot bedroht.

Auch Roy Mugiira, der staatliche Verantwortliche für die Regulierung von Biotechnologie in Kenia, sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, die Nutzung von genmanipulierten Pflanzensorten sei notwendig, um dem Mangel an Nahrungsmitteln im Land entgegenzuwirken. Die Einschränkungen der Einfuhr von genmanipulierten Pflanzen und Saatgut müssten folglich aufgehoben werden. Ein entsprechendes Dokument will die Regierung Kenias in der kommenden Woche veröffentlichen.

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