Ghana: Lebensversicherung übers Handy

ghana.gifDer Mobilfunkbetreiber MTN will in Ghana Lebensversicherungen über das Handy verbreiten. Ziel ist es, auch Menschen ohne ein Bankkonto (ca. 66% der Bevölkerung) den Zugang zu Versicherungen zu ermöglichen. Dank eines mobilen Geldtransfersystems, das auf Prepaid-Guthaben basiert, können auch ärmere Menschen mit einem Handy Lebensversicherungen abschließen und managen.

Die Mobilfunkgesellschaft MTN, derzeit die wertvollste Marke Afrikas, will in dem westafrikanischen Land Ghana eine Lebensversicherung über das Mobiltelefon anbieten. Partner des innovativen Projekts sind die Versicherungsgesellschaft Hollard und MFS Africa, eine in Mauritius und Südafrika ansässige Dienstleistungsgesellschaft für mobile Finanzangebote.

Bisher ist es in Ghana besonders für ärmere Menschen schwierig Versicherungen jeglicher Art abzuschließen, da klassische Systeme zur Abwicklung ein Bankkonto voraussetzen. Allerdings verfügen nur ca. 34 Prozent der Ghanaer über ein eigenes Konto bei einer Bank, Mobiltelefone sind hingegen auch bei den ärmeren Menschen mittlerweile weit verbreitet.

Der von MTN geplante, Mi-Life genannte Service ermöglicht es Menschen, die auf der Suche nach einer Lebensversicherung sind, von ihrem Handy aus eine SMS an eine entsprechende Nummer zu senden, durch die sie dann in ein Auswahlmenü weitergeleitet werden. Alternativ können die Kunden auch eine der zahlreichen MTN-Filialen aufsuchen und dort eine Versicherung abschließen, welche sich in der Folge mit dem Mobiltelefon managen lässt.

Da das Geschäftsmodell auf ärmere Menschen ausgelegt ist, reicht die finanzielle Deckung einer Mi-Life Lebensversicherung für zwei Personen von 765 bis zu 3.062 US-Dollar. Prämien werden über den von MTN 2009 in Ghana eingeführten mobilen Geldtransferservice oder direkt in den Filialen des Mobilfunkunternehmens bezahlt. Der mobile Geldtransferservice ermöglicht es den Menschen auch ohne Bankkonto Geld in Form von Guthaben zu senden, zu empfangen und es sich gegebenenfalls anschließend auszahlen zu lassen.

MTN’s Geldtransferservice ist bereits in elf Ländern verfügbar und wird von über 4,3 Millionen Menschen genutzt. Außer Lebensversicherungen sollen die Ghanaer auch die Möglichkeit erhalten, weitere Mikro-Versicherungen abzuschließen. So soll beispielsweise für Familien die Möglichkeit geschaffen werden, Versicherungen zu vereinbaren, die im Todesfalle des Hauptverdieners die Weiterzahlung von Rechnungen oder Schulgebühren sicherstellen.

Gegründet 1994, dominiert MTN nicht nur den südafrikanischen Mobilfunkmarkt, sondern ist mittlerweile auch 20 weiteren Ländern Afrikas, Asiens und des Mittleren Ostens vertreten. Der Wert des Unternehmens wird auf 4,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, was MTN zur wertvollsten Marke Afrikas macht, vor Vodacom (ebenfalls Mobilfunkbetreiber), der ägyptischen Orascom Telecom, der Standard Bank und der First National Bank.

Die an Mi-Life ebenfalls beteiligte Hollard Insurance ist Südafrikas größte private Versicherungsgesellschaft, die bereits seit 1980 existiert. Die Versicherungsgruppe unterstützt mit der Hollard Foundation Projekte für Aids-Waisen sowie Bildungs- und Entwicklungsprogramme in ländlichen Gebieten.

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