Sudan: Friedensmission bringt neue Hoffnung für Abyei

sudan1.gif Die beiden Machthaber aus dem Norden sowie aus dem Süden des Sudan haben sich dazu entschlossen, sämtliche irreguläre Truppen aus dem umkämpften Grenzgebiet Abyei abzuziehen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis eines Treffens von Verantwortlichen auf beiden Seiten, das von der Friedensmission der Vereinten Nationen initiiert worden war. Khartum und Juba signalisieren damit, dass sie an einer friedlichen Lösung des Konfliktes in Abyei interessiert sind.

Die Region Abyei, die die Grenze zwischen dem Sudan und dem baldigen neuen Staat Südsudan bildet, ist seit Monaten Schauplatz erbitterter Kämpfe. Die Einwohner fühlen sich zum Teil dem Norden und zum Teil dem Süden des Sudan zugehörig, was die Festlegung der künftigen Grenze zu einer äußerst prekären Angelegenheit macht. Abyei zählt zudem zu den ölreichsten Regionen des Sudan, weshalb auch die beiden Machthaber in Khartum im Norden und in Juba im Süden großes Interesse an diesem Gebiet haben.

Am späten Sonntagabend gab ein Sprecher der Vereinten Nationen bekannt, dass sich die beiden Machthaber darauf geeinigt haben, nichtauthorisierte Truppen aus der Grenzregion abzuziehen. Diese Entscheidung war das Ergebnis eines Treffens zwischen Verantwortlichen aus dem Süden und aus dem Norden des Sudan, das von der Friedensmission der Vereinten Nationen (UNMIS) initiiert worden war. Beide Parteien seien bereit, die Arbeit der Friedensmission zu respektieren und eine friedliche Lösung des Grenzkonfliktes anzustreben.

Bereits im Januar wurde ein Friedensabkommen im Sudan unterzeichnet, das den Abzug der irregulären Soldaten von beiden Seiten aus der Region Abyei beinhaltete. Dem Norden wie auch dem Süden des Sudan wurden seither allerdings immer wieder Verstöße Gegen dieses Abkommen vorgeworfen. Wiederholt wurde der beschlossene Waffenstillstand gebrochen und weitere Truppen in die Region gebracht. Nun erklärten sich die Machthaber in Khartum und in Juba erneut bereit, das Abkommen vom Januar zu befolgen und ihre Soldaten abzuziehen. Dieser Prozess soll am Dienstag beginnen und im Laufe der Woche vollständig abgeschlossen werden.

Neben den Soldaten der Friedensmission der UN sollen dann ausschließlich Einheiten der JIU (Joint Integrated Unit), in Abyei präsent sein. Diese integrativen Spezialeinheiten bestehen aus Polizeikräften und Soldaten aus dem Süden sowie aus dem Norden des Sudan. Inwiefern die JUIs allerdings zur Deeskalation in der Region beitragen können, ist fraglich. Erst vergangene Woche waren bei einer internen Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der JUI aus dem Süden und Mitgliedern aus dem Norden 14 Menschen getötet worden. Dennoch sollen die Einheiten nach dem Abzug der anderen Truppen in dem Gebiet bleiben, um für die Sicherheit in der Region Abyei zu sorgen.

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