Buschleute in Botswana dürfen Brunnen wieder benützen

botswana.gif Vor neun Jahren ließ die Regierung Botswanas im Kalahari Wildreservat zahlreiche Brunnen versiegeln, hunderte Buschleute wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Mit Hilfe internationaler Menschenrechtsorganisationen wie Survival International schafften es die Ureinwohner, einen Prozess gegen die eigene Regierung anzustrengen. Nach der Erlaubnis, in ihre alte Heimat zurückzukehren, erhielten sie so im Januar auch das Recht zurück, die Brunnen dort wieder zu benützen. Der erste Brunnen wurde nun wiedereröffnet.

Über ein halbes Jahr nachdem sich die Ureinwohner in Botswana per Gerichtsverfahren ihr Recht zurückerobert haben, die Brunnen in ihrer Heimat wieder benützen zu dürfen, wurde nun ein erster Brunnen offiziell wiedereröffnet. Der Brunnen befindet sich in Mothomelo im Kalahari Wildreservat. Zum ersten Mal seit neun Jahren haben die Buschleute wieder Wasser aus diesem Brunnen schöpfen können. Dies ist das Ergebnis eines langen Kampfes der Buschleute in Botswana um das Recht, die Wasserquelle nützen zu können. Möglich wurde das unter anderem durch die Unterstützung der Organisation Vox United, die den Brunnen wieder funktionsfähig machte und zusätzlich mit einer Solarpumpe ausstattete.

 

Mädchen spielen mit Wasser
Spiel mit Wasser / © Survival International
Im Jahr 2002 wurde der Brunnen in Mothomelo neben vielen anderen Wasserquellen von der Regierung Botswanas versiegelt. Hunderte Ureinwohner wurden zu dieser Zeit aus ihren Dörfern im Wildreservat vertrieben und in Ersatzgebiete umgesiedelt. Die Menschenrechtsorganisation Survival International nimmt an, dass die Diamantenvorkommen des Gebietes der Grund für die Umsiedlung der Buschleute sind. Teilweise sollen Landrechte im Kalahari Wildreservat auch an Reiseveranstalter verkauft worden sein, um dort luxuriöse Unterkünfte für reiche Touristen zu erbauen. Auch hier waren die Buschleute den Plänen der Regierung im Weg, ein weiterer Grund also, sie unter fadenscheinigen Begründungen aus ihrer Heimat zu vertreiben.

 

Mit der Hilfe internationaler Menschenrechts-organisationen wie Survival International strengten die Buschleute nach ihrer Zwangsumsiedelung ein Gerichtsverfahren gegen die eigene Regierung an. Es sollte zum längsten Verfahren in Botswana überhaupt werden. Gegen das erste Urteil des Gerichts, das die Regierung im Recht sah, legten die Buschleute Berufung ein. Dennoch dauerte es vier lange Jahre, bis vom Obersten Gerichtshof Botswanas entschieden wurde, dass die Umsiedlung der Ureinwohner unter Zwang vollzogen und somit nicht mit der Verfassung des Landes vereinbar sei. Die Buschleute erhielten in der Folge die Erlaubnis, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Bis ihnen allerdings auch die Nutzung der Brunnen dort wieder gestattet wurde, sollten erneut mehrere Jahre vergehen. Erst im Januar 2011 fällte das Gericht das Urteil, das den Buschleuten im Kalahari Wildreservat das Menschenrecht auf Zugang zu Wasser zurückgibt. Der erste Brunnen wurde nun in Mothomelo wiedereröffnet.

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