Tausende fliehen vor Kämpfen im Sudan

sudan1.gif Im Bundesstaat Blauer Nil im Süden des Sudan kam es am Donnerstag zu schweren Gefechten zwischen der Regierungsarmee und der Rebellenbewegung SPLA. Beide Seiten bezichtigten sich gegenseitig, die Kämpfe ausgelöst zu haben. Mehrere tausend Menschen verließen ihre Heimat und flüchteten ins Nachbarland Äthiopien.

Im sudanesischen Bundesstaat Blauer Nil sind am Donnerstag schwere Gefechte zwischen der Regierungsarmee und der Rebellenorganisation „Sudan People’s Liberation Army“ (SPLA) ausgebrochen. Beide Seiten bezichtigten sich gegenseitig, die Kämpfe provoziert zu haben. Vertreter der Regierungsarmee „Sudan`s Armed Forces“ berichteten, die Rebellen hätten ihre Truppen zunächst in der Landeshauptstadt Damazin angegriffen, worauf die Kämpfe sich schnell auf weitere Orte der Region ausweiteten. Colonel Al Sawarmi Khaled Saad, Sprecher der Armed Forces, berichtete weiterhin, die Regierungstruppen hätten die Angriffe der Rebellen erfolgreich abgewehrt und die von Gefechten heimgesuchten Orte wieder unter ihrer Kontrolle.

Die SPLA auf der anderen Seite bezichtigt die Regierungsarmee ihre Truppen angegriffen und damit die schweren Kämpfe ausgelöst zu haben. Die Armed Forces hätten die Gefechte gezielt in dicht bevölkerten Stadtteilen begonnen. Die SPLA hatte sich folglich aus taktischen Gründen aus Damazin zurückgezogen, um die vielen Zivilisten nicht noch weiter zu gefährden. Diese Version der Ereignisse teilte ein Sprecher der SPLA den Medien mit.

Wie und warum die Kämpfe in der Region Blauer Nil an der Grenze zu Äthiopien ausgebrochen sind, bleibt also unklar. Tatsache aber ist, dass seit Beginn der Ausschreitungen am Donnerstag tausende Menschen aus ihrer Heimat flüchteten, um den Gefechten zu entkommen. Allein in den ersten beiden Tagen sollen laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rund 16.000 Menschen über die Grenze ins Nachbarland Äthiopien geflüchtet sein.

Der Präsident des Sudan, Omar al-Bashir, rief am Freitag den Notstand in der Region Blauer Nil aus. Als weitere Reaktion auf den Ausbruch der Kämpfe entließ er den Gouverneur des Bundesstaates aus seinem Amt. Die Informationsministerin des Sudan, Sanaa Hamad, warf unterdessen dem Südsudan vor, die Aktivitäten der Rebellen zu unterstützen. Wie die Krisenregion Südkordofan liegt auch die Region Blauer Nil an der Grenze zum Südsudan, der sich am 9. Juli 2011 vom Norden des Sudan abspaltete. Das „Sudan People’s Liberation Movement“ (SPLM), ist die politische Fraktion der SPLA und gleichzeitig Regierungspartei des Südsudan.

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