Neue Ausstattung für Forschungszentrum in Äthiopien

aethiopien.gif In Äthiopien wie in vielen anderen Ländern Afrikas leiden Millionen Menschen unter der Augenkrankheit Trichom. Ein Projekt der Uni Wien und der äthiopischen Uni in Jimma soll den Ärzten in Äthiopien nun zu verbesserten Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten verhelfen. Die Uni Wien will das Forschungszentrum in Jimma nicht nur mit wichtigen Geräten sondern auch mit Know-How ausstatten.

Trachom heißt eine schwere Augenkrankheit, die in Afrika weit verbreitet ist. Millionen Menschen dort leiden unter dieser Krankheit, die zur Erblindung führen kann. Eine Kooperation zwischen einem Forschungszentrum der Universität Jimma in Äthiopien und der Medizinischen Universität Wien soll nun für einen Fortschritt in der Erforschung dieser Augenkrankheit sorgen. Ziel des Gemeinschaftsprojektes ist es, einen Impfstoff gegen die Krankheit Trachom zu entwickeln.

Zustande gekommen ist die Kooperation durch das Projekt OCUVAC aus dem österreichischen Laura Bassi Programm zur Förderung von Frauen in der Forschung. Unterschrieben wurde der Vertrag für die Kooperation, die unter der Leitung der Augenspezialistin Talin Barisani steht, im Februar dieses Jahres. Bis Ende Oktober will die Uni Wien das Forschungszentrum in Jimma nicht nur mit wichtigen Gerätschaften, sondern auch mit zentralen Erkenntnissen aus der Augenmedizin ausstatten.

In erster Linie soll das Projekt Hilfe zur Selbsthilfe sein, so die Leiterin Frau Barisani. Im Mittelpunkt des Projekts im Forschungszentrum stehen zunächst die Verbesserte Diagnostik, die es den Ärzten in Äthiopien ermöglicht, die Krankheit Trachom von anderen Augenleiden zu unterscheiden, sowie verbesserte Behandlungsmöglichkeiten. Auf der wissenschaftlichen Ebene ist das große Ziel, einen Impfstoff gegen die Krankheit zu entwickeln. Ein Team um den Wiener Wissenschaftler Werner Lubitz hat bereits eine Technologie entwickelt, mit der in einigen Jahren die Möglichkeit bestehen soll, einen Impfstoff herzustellen. Dieser soll kostengünstig zu produzieren und nicht an eine Kühlkette gebunden sein. Außerdem soll die Verabreichung ohne Nadeln möglich sein, die in vielen ärmeren Ländern oft Mangelware sind.

Allein in Äthiopien leiden rund 10 Millionen Menschen an der Augenkrankheit Trichom. Die Stadt Jimma im Westen Äthiopiens, in der das Forschungszentrum liegt, beherbergt nicht nur die zweitgrößte Universität des Landes, sondern hat auch die landesweit höchste Zahl an Trichomerkrankten aufzuweisen. Fast 25 % aller registrierten Fälle wurden in der Region Jimma aufgenommen. Verursacht wird die Krankheit vor allem durch mangelnde Hygiene. In wasserarmen Ländern wie Äthiopien, in denen der nächste Brunnen oft kilometerweit entfernt liegt, ist tägliches Waschen nicht selten der pure Luxus.

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