Geplanter Putsch im Niger bestätigt

niger.gif Mohamadou Issoufou, Präsident des westafrikanischen Landes Niger, bestätigte in einer Ansprache, dass im Juli ein Staatsstreich gegen ihn geplant gewesen war. Zehn Personen wurden diesbezüglich bereits festgenommen, nach den Hintermännern werde allerdings noch gefahndet. Im Niger gab es seit der Unabhängigkeit von Frankreich vor 51 Jahren bereits vier Putsche.

Erst vor gut vier Monaten wurde Mohamadou Issoufou, der Präsident des Niger, in sein Amt gewählt. Die Militärjunta, die seit über einem Jahr die Führung des Landes vertrat, gab die Regierungsführung damit zurück in die Hand der zivilen Bevölkerung. Nun wurde von Präsident Issoufou selbst bestätigt, dass vergangenen Monat ein Putschversuch gegen ihn geplant gewesen war. Die Pläne der Putschisten wurden jedoch rechtzeitig entdeckt, der Staatsstreich konnten so verhindert werden. Der Präsident äußerte sich nun in einer Ansprache zum 51. Jahrestag der Unabhängigkeit des Niger zum ersten Mal öffentlich zu diesen Vorfällen, über die bisher nur wenig bekannt geworden ist.

Der Regierung des Niger ist es offenbar noch im Juli gelungen, zehn Personen festzunehmen, die an der Planung des Putsches beteiligt gewesen sein sollen. Eine weitere Person befindet sich auf der Flucht. Bei den Festgenommenen soll es sich hauptsächlich um Mitglieder der Armee handeln. Einer der Männer war erst vor Kurzem aus der persönlichen Garde des Präsidenten entlassen worden.

Issoufou kündigte an, mit entschiedener Härte gegen diejenigen vorzugehen, die seine Ermordung geplant und damit gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung des Niger gehandelt hätten, die ihn zum Staatsoberhaupt gewählt hatten. Es werde außerdem mit allen Mitteln versucht, die Hintermänner und Auftraggeber des Staatsstreiches aufzuspüren.

Als Grund für den Putschversuch wird unter anderem das vehemente Vorgehen des Präsidenten gegen die Korruption in seinem Land gesehen. Seit Beginn seiner Amtszeit wurden bereits mehrere hochrangige Beamte und Militärs entlassen, die der Korruption für schuldig befunden worden waren.

Der geplante Putsch vom vergangenen Monat wäre der fünfte in der Geschichte des Landes nach der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1960 gewesen. Erst im Februar letzten Jahres wurde der damalige Präsident Tandja Mamadou vom Militär aus seinem Amt vertrieben und festgenommen, nachdem er versucht hatte, durch eine Änderung der Verfassung eine dritte Amtszeit für sich zu erwirken.

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