Südafrika: Nashornwilderei nimmt weiter zu

suedafrika1.gif Über 450 Nashörner wurden allein in diesem Jahr bereits in Südafrika von Wilderern getötet. Besonders in asiatischen Ländern wächst die Nachfrage nach dem pulverisierten Horn der Tiere. Der WWF warnt nun, dass die Dickhäuter in weniger als drei Jahrzehnten aussterben werden, sollte dieser Trend nicht gestoppt werden.

Nashörner stehen bei Wilderern ganz oben auf der Abschussliste. Besonders in asiatischen Ländern ist das Horn der Tiere heiß begehrt, da es dort als eine Art Allheilmittel gehandelt wird. Dass alle Maßnahmen, die auf die steigende Zahl der illegal getöteten Nashörner in Südafrika in den letzten Jahren getroffen wurden, ihre Wirkung verfehlten, zeigt der neueste Bericht des World Wildlife Fund (WWF).

Allein bis Mitte Oktober dieses Jahres wurden in Südafrika mehr Nashörner Opfer von Wilderern als im gesamten Vorjahr. 2012 sind nach etwas mehr als zehn Monaten bereits 455 Tiere registriert worden, die von illegalen Jägern getötet wurden. Im Jahr 2011 waren es insgesamt 448 Nashörner. Damit wurde in diesem Jahr erneut ein trauriger Rekord gebrochen.

Betrachtet man die Entwicklung der Wilderei von Nashörnern in Südafrika anhand der letzten fünf Jahre, wird die Dramatik der Situation schnell deutlich. 2007 wurden 13 Nashörner registriert, die aufgrund ihres wertvollen Horns von Wilderern erlegt wurden. Drei Jahre später war die Zahl der getöteten Nashörner bereits auf 333 gestiegen. Wie der nun veröffentlichte Bericht des WWF zeigt, hat sich der Aufwärtstrend in der Nashornwilderei in Südafrika erneut bestätigt.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, drohen die Nashörner Südafrikas in naher Zukunft auszusterben, so der WWF. Da die Tiere sich nur sehr langsam fortpflanzen, sind sie in ihrer Existenz extrem bedroht. Laut WWF könnten sie innerhalb der nächsten 25 Jahre aussterben, sollte es nicht gelingen, das illegale Töten zu stoppen. In Südafrika leben rund 80 % aller Nashörner des afrikanischen Kontinents. Insgesamt wird der Bestand von Spitz- und Breitmaulnashörnern in Afrika auf 25.000 geschätzt.

Vietnam ist eines der Länder, in dem das Geschäft mit dem pulverisierten Horn der afrikanischen Dickhäuter schon seit Jahren boomt. Auf dem Schwarzmarkt werden Rekordpreise für die Hörner bezahlt. Laut WWF ist die Aussage eines vietnamesischen Spitzenpolitikers, er habe seine Krebserkrankung dank des Nashornpulvers besiegt, möglicherweise ein Grund für die immer weiter steigende Nachfrage.

Der WWF fordert nun, die Maßnahmen gegen die Wilderer in Südafrika drastisch zu verschärfen, um die illegale Jagd auf die Nashörner zumindest einzudämmen.

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