Mobilfunkanwendungen aus Afrika für Afrika

suedafrika1.gifDer multinationale Elektronikkonzern Samsung und die Universität von Kapstadt haben eine zunächst auf drei Jahre angelegte Kooperation zur Entwicklung von Mobilfunkapplikationen vereinbart. Das in Südafrika beheimate Projekt soll die Entwicklung und Vermarktung originär afrikanischer Software für Mobilfunkgeräte vorantreiben. Ziel ist es, den speziellen Bedürfnissen und Ansprüchen der afrikanischen Mobilfunkanwender gerecht zu werden.

Die Universität von Kapstadt (UCT) und der internationale Elektronikkonzern Samsung haben eine Kooperationsvereinbarung getroffen, mit dem Ziel, innovative Mobilfunkanwendungen zu entwickeln, die auf die speziellen Bedürfnisse der Menschen in Afrika abgestimmt sind. Entwickelt werden sollen die Anwendungen in einer mehrere Millionen Rand teuren Forschungsstätte, welche den Namen UCT Samsung Mobile Innovation Laboratory (SMILe) tragen wird.

Die in Kollaboration entwickelten Anwendungen sollen entweder als Software auf den Geräten vorinstalliert sein oder zum Download auf PDAs, Smartphones und Handys zur Verfügung stehen. Studenten und Mitarbeiter der Fakultäten für Informationstechnologie und Informatik der UCT wollen in dem Forschungsprojekt mit Hilfe des Know-Hows von Samsung jährlich zehn bis 20 Programme als Prototypen entwickeln. Die erfolgreichen Anwendungen sollen dann von einem weiteren Kooperationspartner, der IT-Firma Bandwith Barn, vermarktet werden.

Professor Jean-Paul van Belle, Leiter der Fakultät für Informationstechnologie an der UCT, sieht als klaren Vorteil des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts, dass Akademiker, Forscher und Mitarbeiter aus dem praktischen Bereich eng miteinander zusammenarbeiten. Außerdem könnten bei einer derartigen Kooperation neue, maßgeschneiderte Lösungen für afrikanische Bedürfnisse im Bereich des Mobilfunksektors entwickelt werden.

Auf dem afrikanischen Kontinent im Allgemeinen und in Südafrika im Speziellen erfüllen Mobiltelefone bereits jetzt viel weitreichendere bzw. andere Funktionen, als etwa in den westlichen Ländern. Mit einem Handy kann man beispielsweise Bankgeschäfte per SMS ausführen, Geld überweisen, Marktpreise für Lebensmittel abrufen, Datenbanken mit Flüchtlingen durchsuchen, um Familienangehörige wiederzufinden, die Einnahme von retroviralen AIDS-Medikamenten besser überwachen und vieles andere mehr.

Professor van Belle weiß genau, dass der Mobilfunkmarkt auf dem Kontinent einzigartige Herausforderungen stellt und speziellen Restriktionen unterliegt, aber auch einzigartige Chancen und Möglichkeiten bietet – die Mobilfunkbranche boomt in allen Ländern Afrikas. Die Wachstumsraten der Branche zählen zu den höchsten weltweit, was auch den großen Mobilfunkkonzernen nicht entgangen ist. Der Produktmanager für Samsung in Südafrika, Brett Loubser, sieht die Zusammenarbeit seiner Firma mit der Universität von Kapstadt als besonders bereichernd, da auf diese Weise Technologien und Programme von Afrikanern für Afrikaner in Afrika entwickelt und vermarktet werden.

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