Unbekannte Mistelart in Mosambik entdeckt

mosambik.gifEin Expeditionsteam des Royal Botanic Gardens, Kew in London hat im Norden Mosambiks eine neue Mistelart entdeckt. Wie das Institut kurz vor Weihnachten bekannt gab, haben die Untersuchungen im Labor ergeben, dass die tropische Mistelart bisher noch nicht beschrieben wurde. Wissenschaftler des Kew haben im vergangenen Jahr auch in Kamerun einen bisher unbekannten Baumriesen entdeckt, von dem bis jetzt nur vier Exemplare gefunden wurden.

Wissenschaftler des Royal Botanic Gardens, Kew in London haben eine bisher unbekannte tropische Mistelart entdeckt und beschrieben. Ein Forscherteam hat die Pflanze mit dem botanischen Namen Helixanthera schizocalyx erstmals 2008 während einer Expedition zum Mount Mabu im nördlichen Mosambik entdeckt.

Der Schmetterlingsexperte Colin Congdon entdeckte die Mistel im dichten Blätterwerk nahe des Gipfels des Berges. Bei genauerer Betrachtung wurde ihm klar, dass er noch keine vergleichbare Mistelart in den umliegenden Gebirgsregionen Malawis oder Tansanias gesehen hatte. Präzise Untersuchungen im Labor des Botanischen Gartens in London, die nun passend zur Weihnachtszeit zu einem Ende gekommen sind, haben ergeben, dass die Mistel zuvor noch nicht beschrieben wurde.

Die Mistel gehört zu den Hemiparasiten oder Halbschmarotzern, da sie einige ihrer Nährstoffe von anderen Pflanzen bezieht. Wenn Vögel die kleinen, weißen, süßen und fleischigen Früchte fressen, werden die enthaltenen Samen auf die Äste der benachbarten Bäume geschleudert. Dort bleiben die Mistelsamen haften und treiben aus. Die Mistel bohrt sich dabei in das Holz des Wirtes und zapft dessen Nährstoffe an.

Die neue Mistelart ist nicht der einzige Fund, den die Wissenschaftler des Royal Botanic Gardens, Kew 2010 vorweisen können. Jährlich werden etwa 2.000 neue Pflanzenarten entdeckt, wovon allein rund zehn Prozent auf das Konto der Botaniker des Kew gehen. Für Aufsehen in der Fachwelt sorgte im zu Ende gehenden Jahr der Artenvielfalt auch die Entdeckung eines bisher unbekannten Baumriesen in Kamerun.

Magnistipula multinervia wächst bis zu 42 Meter hoch und wurde im Korup Nationalpark in Kamerun entdeckt. Die Botaniker benötigten alpine Kletterausrüstung, um bis in die Spitze der seltenen Bäume zu gelangen, wo sie Früchte und weitere Proben sammelten. Bisher sind nur vier Exemplare des beeindruckenden Baumes bekannt.

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