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Homosexuelle Aktivistin aus Uganda gewinnt Menschenrechtspreis

Geschrieben von Eva Kauke   
Mittwoch, 4. Mai 2011

Homosexuelle sind in Uganda immer wieder schweren Anfeindungen und öffentlichen Drohungen ausgesetzt. Ende letzten Jahres rief eine nationale Zeitung die Bevölkerung sogar zur Selbstjustiz gegen Schwule und Lesben in Uganda auf. Die unmissverständliche Schlagzeile lautete: „Hängt sie!“. Hetzkampagnen dieser Art wurden kurze Zeit später zwar vom Obersten Gerichtshof des Landes verboten, doch die Verfolgung homosexueller Ugander nahm dadurch kein Ende. Erst im Januar dieses Jahres wurde der bekannte Menschenrechtler David Kato, der sich über viele Jahre lang gegen die Homophobie in seinem Land einsetzte, von Schwulenhassern zu Tode geprügelt. Bis heute sind homosexuelle Handlungen in Uganda unter Strafe gestellt.

Vor diesem Hintergrund ist es umso bemerkenswerter, dass nun die homosexuelle Menschenrechtsaktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera mit dem begehrten „Martin Ennals Preis für Verteidiger der Menschenrechte“ ausgezeichnet worden ist. Die junge Frau wurde damit für ihr furchtloses Engagement für die Rechte der Homosexuellen in Uganda geehrt, dass sie trotz enormer Anfeindungen und Bedrohungen aus der Gesellschaft seit Jahren zielstrebig verfolgt. Kasha Jacqueline Nabagesera ist die Gründerin der 2003 ins Leben gerufenen Organisation „Freedom and Roam Uganda“, die sich für die Akzeptanz und die Rechte von schwulen, lesbischen, bisexuellen und transsexuellen Menschen in Uganda einsetzt. Ihr Name erschien ebenfalls auf der Todesliste der Zeitung „Rolling Stone“, nach deren Veröffentlichung ihr Kollege David Kato getötet wurde.

Der Martin Ennals Preis zählt zu den weltweit bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich der Menschenrechte. In der Jury, die den mit 20,000 Schweizer Franken dotierten Preis verleiht, sitzen führende Persönlichkeiten der großen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch. Die Preisverleihung für Kasha Jacqueline Nabagesera wird in Genua stattfinden, der genaue Termin ist noch nicht bekannt. Das Preisgeld soll für weitere Aktivitäten zur Sicherung der Menschenrechte verwendet werden. Finanzielle Mittel, die Kasha Jacqueline Nabagesera in ihrem unermüdlichen Kampf für die Rechte und die Würde Homosexueller in einem Land wie Uganda gut gebrauchen kann.

 




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