Wahlen in der Zentralafrikanischen Republik

zentralafrr.gifDie Zentralafrikanische Republik gehört zu den am wenigsten entwickelten und ärmsten Ländern dieser Erde. Heute wird dort ein neuer Präsident sowie ein neues Parlament gewählt. Favorit ist der Amtsinhaber Francois Bozizé, der sich 2003 an die Macht putschte, das Land aber bis heute nicht vollständig befrieden konnte. Der 2003 geputschte Ex-Präsident Ange Felix Patasse gilt als sein größter Konkurrent um das Präsidentenamt.

Am heutigen Sonntag finden in der Zentralafrikanischen Republik Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Die Abstimmung wird als wichtiger Schritt auf dem langen Weg zu mehr Sicherheit und Stabilität in dem Land gesehen, das zwar ressourcenreich ist, aber laut der Statistik der Vereinten Nationen zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt zählt.

Favorit ist der amtierende Präsident Francois Bozizé, der sich 2003 an die Macht geputscht hat. Auf Plakaten in der Hauptstadt Bangui präsentiert sich Bozizé als „Der Aufbauer“, obwohl die Bevölkerung in bitterer Armut lebt und die Infrastruktur des Landes quasi nicht existent ist – die meisten geteerten Straßen enden außerhalb der Hauptstadt.

Das Land ist zwar Reich an Gold, Diamanten und Uran, aber Instabilität, mangelnde Sicherheit und fehlende Infrastruktur verhindern eine effektive Entwicklung des Landes, das über keinen Zugang zum Meer verfügt. Fehlende finanzielle Mittel und Schwierigkeiten bei der Entwaffnung der zahlreichen Rebellen, die noch immer den Nordwesten und -osten des Landes unsicher machen, haben auch dazu geführt, dass die ursprünglich für April 2010 angesetzte Wahl dreimal verschoben wurde.

Ob der Amtsinhaber Bozizé sich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit sichern kann, ist ungewiss. Insgesamt gibt es fünf Präsidentschaftskandidaten, von denen zwei Chancen haben, gegen Bozizé zu bestehen. Zum einen ist dies Ange Felix Patasse, Ex-Präsident des Landes, der 2003 von Bozizé gestürzt wurde und nun aus dem Exil zurück gekehrt ist, und zum anderen Martin Ziguele, der frühere Premierminister Patasses.

Die Wahlergebnisse sollen innerhalb von acht Tagen vorliegen. Sollte keiner der Kandidaten auf Anhieb die Mehrheit der 1,8 Millionen registrierten Wähler auf sich vereinen können, ist für März eine Stichwahl angesetzt. Am Morgen kam es in einigen Wahllokalen zu Verzögerungen, da die nötigen Unterlagen nicht rechtzeitig eintrafen.

Die Europäische Union unterstützt die Abstimmung mit 9,5 Millionen Euro, da sie auf einen befriedenden Impuls hofft. Die Entwicklung in der Zentralafrikanischen Republik ist insofern wichtig, da sie auch Auswirkungen auf die gesamte Region hat. Konflikte in den benachbarten Krisenregionen im Tschad und im Sudan wirken sich auch auf die Zentralafrikanische Republik aus, die teilweise als Rückzugsgebiet für militante Gruppen dient. Auch die aus Uganda stammende Rebellenorganisation Lord’s Resistance Army marodiert zunehmend im Süden des Landes.

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