Paul Rusesabagina fordert mehr Rechte für UN-Blauhelme

ruanda1.gifPaul Rusesabagina, der 1994 während des Völkermords in Ruanda über 1.200 Menschen das Leben rettete, fordert mehr Rechte und Soldaten für die UN-Friedensmissionen. Seiner Meinung nach fehlt es den UN-Blauhelmen an Möglichkeiten, in eskalierten Konflikten effektiv einschreiten zu können und Massaker an der Bevölkerung zu verhindern. Rusesabaginas Taten während des Genozid in Ruanda dienten als Vorlage für den Hollywoodfilm „Hotel Ruanda“.

Auch siebzehn Jahre nach dem Völkermord in Ruanda, bei dem die Friedenstruppen der Vereinten Nationen nur tatenlos zuschauen konnten, fehlt es den UN-Blauhelmen noch immer an den nötigen Rechten und Soldaten, um in Notfällen effektiv Einschreiten zu können. Diese Aussage stammt von Paul Rusesabagina, der 1994 während des Völkermords in Ruanda 1.200 Menschen vor der Ermordung rettete.

Obwohl in der Demokratischen Republik Kongo und in der Darfur Region im Sudan die zwei größten UN-Missionen stationiert sind, ist dort die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung allgegenwärtig, was zeige, dass die UN-Peacekeeper nicht mit ausreichenden Rechten ausgestattet seien, so Rusesabagina weiter, der mittlerweile eine in den USA ansässige Stiftung gegen den Genozid leitet.

Paul Rusesabaginas engagierter Einsatz während des Völkermords in Ruanda hat 1.200 Tutsi und gemäßigten Hutu das Leben gerettet und bildete die Grundlage für den Oskar-nominierten Spielfilm „Hotel Ruanda“. Während des Genozid in Ruanda wurden etwa 800.000 Menschen innerhalb von 100 Tagen von zumeist mit Macheten bewaffneten Hutus ermordet.

Die 2.500 UN-Blauhelme, die damals in dem kleinen Land stationiert waren, wurden zu Beginn des Massakers zu einem großen Teil aus Ruanda abgezogen und die Zurückbleibenden hatten nicht das Recht zu Schießen und konnten so zwangsläufig nur zuschauen, während vor ihren Augen Gräueltaten verrichtet wurden.

Die Ereignisse in Ruanda haben die Schwäche der UN-Truppen klar vor Augen geführt, aber bis heute hat sich nur wenig geändert. Zwar haben die Vereinten Nationen, unter anderem als Reaktion auf die Geschehnisse in Ruanda, 2005 beschlossen, dass für die Friedenstruppen eine Verantwortung besteht, Menschen zu beschützen, die von einem Genozid bedroht werden, aber in der Realität lässt sich dieser Beschluss mit den momentanen Mittel nicht umsetzen.

Zum Einen können die UN-Blauhelme erst dann von ihrer reinen Beobachterrolle abrücken, wenn es bereits zu ersten Gräueltaten gekommen ist und zum Anderen fehlt es häufig an der nötigen Truppenstärke, um flächendeckend agieren zu können. Laut Rusesabagina sind die UN-Truppen darüber hinaus nicht gut genug ausgebildet, um aktiv in eskalierten Konflikten zu intervenieren.

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