Libyen: Tripolis unter Beschuss

libyen1.gif Am Wochenende haben die westlichen Alliierten ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis verstärkt. Sechs Explosionen wurden allein am Samstag gemeldet. Nach Angaben der Zeitung „Los Angeles Times“ gibt es Hinweise darauf, dass sich auch die USA künftig stärker an den militärischen Einsätzen beteiligen wird, um der seit Wochen bestehenden Pattsituation in Libyen ein Ende zu bereiten.

Seit Wochen herrscht im Kampf der Rebellen gegen die Anhänger des Diktators Muammar al-Gaddafi in Libyen eine Pattsituation. Beide Seiten gewinnen und verlieren die Kontrolle über strategisch wichtige Städte wie Brega im Osten des Landes. Trotz der militärischen Unterstützung aus dem Westen ist es den Aufständischen in Libyen bisher nicht gelungen, sich gegen die Truppen des Diktators durchzusetzen.

Die Staaten, die sich an der militärischen Offensive in Libyen beteiligen, haben ihren Einsatz in den vergangenen Tagen erneut erhöht. Am Wochenende wurden zahlreiche Bombeneinschläge durch Kampfflugzeuge der Alliierten verzeichnet. Aus der Hauptstadt Tripolis wurden allein am Samstag mindestens sechs Explosionen gemeldet. Ziel der Angriffe war hauptsächlich das Militärdepot Gaddafis im Süden der Stadt. Nach Angaben der Regierung in Tripolis seien bei den Angriffen mehrere Zivilisten ums Leben gekommen. Weitere Einzelheiten sind bisher nicht bekannt.

Akteure der militärischen Offensive zur Unterstützung der Rebellen im Kampf gegen den Diktator Gaddafi sind seit deren Beginn im März vorrangig Frankreich und Großbritannien. Nun zieht auch die USA einen verstärkten Einsatz in Erwägung. Nach bisher unbestätigten Angaben der Zeitung „Los Angeles Times“ wollen die USA die Rebellen durch Drohnen und weitere Waffenlieferungen unterstützen, um dem Dauerpatt ein Ende zu bereiten.

Sämtliche Versuche seitens der westlichen Alliierten, mit dem Diktator in Verhandlungen zu treten, sind bisher gescheitert. Zuletzt hatten sich Delegierte der US-Regierung zu Gesprächen mit Vertretern aus Tripolis getroffen. Die Mitgliedsstaaten der Libyen-Kontaktgruppe, einem Bündnis der an der militärischen Offensive beteiligten Länder, machen den Rücktritt Gaddafis zur Bedingung.

Gaddafi selbst lässt dagegen keine Gelegenheit ungenutzt um der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass diese Möglichkeit für ihn unter keinen Umständen in Frage kommt. In einer Audiobotschaft, die unmittelbar vor den schweren Angriffen auf die Hauptstadt Tripolis am Samstag ausgestrahlt wurde, verhöhnte Gaddafi die Bevölkerung Tunesiens und Ägyptens, die ihre verhassten Diktatoren durch anhaltende Proteste ins Exil gezwungen haben. Durch ihre Proteste hätten sie das eine Regime lediglich durch ein anderes ersetzt.

Schreibe einen Kommentar