Afrika-Europa: AIDS, Malaria und Tuberkulose bekämpfen

mosambik.gifDie Europe and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) hat sich zum Ziel gesetzt, die Forschung über und die Entwicklung neuer Medikamente gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose entscheidend voranzutreiben. An dem Projekt sind 14 europäische und 47 afrikanische Länder beteiligt. Kernelement der Partnerschaft ist die Durchführung langfristiger klinischer Studien direkt in den Entwicklungsländern und die transnationale Vernetzung der Forschungseinrichtungen.

Dr. Pascoal Mocumbi war bis 2004 noch der Premierminister Mosambiks und hat dort eine nationale Strategie zur Bekämpfung von HIV/AIDS entwickelt. Mittlerweile nutzt er sein Wissen, um den Ausbau eines seit 2003 bestehendes europäisch-afrikanisches Kooperationsnetzwerk für klinische Langzeitstudien voranzutreiben. In das Projekt mit dem etwas sperrigen Namen „Europe and Developing Countries Clinical Trials Partnership“, kurz EDCTP, sind 14 Länder der EU und 47 Länder Subsahara-Afrikas involviert.

Hauptziel der EDCTP ist es, die Forschung und Behandlung von AIDS, Malaria und Tuberkulose effektiv voranzutreiben. Allein an diesen drei Krankheiten sterben jährlich über sechs Millionen Menschen und außerdem behindern AIDS, Malaria und Tuberkulose in großem Maß die Entwicklung einzelner Länder und geht oft mit Armut bzw. Verarmung der Menschen einher.

Finanziert wird EDCTP mit 200 Millionen Euro der Europäischen Kommission, 200 Millionen Euro aus den Mitgliedsländern und aus Mitteln der Pharmaindustrie sowie weiteren Organisationen, wie zum Beispiel der Bill und Melinda Gates Stiftung. Unterstützt werden über 200 Einzelprojekte, darunter 50 klinische Langzeittests. Erste Erfolge können bereits verbucht werden. So wurde beispielsweise das Medikament „Pedimune“ entwickelt, was HIV-infizierten jungen Kindern besser als herkömmliche Mittel hilft.

Die Idee hinter dem Projekt ist banal aber wichtig: Aussagekräftige Langzeitstudien zu Krankheiten wie AIDS, Malaria oder Tuberkulose können nur in Zusammenarbeit mit bzw. von Experten in den betroffenen Ländern durchgeführt werden. Schwerpunkt von EDCTP ist daher auch die Ausbildung und das Training von jungen afrikanischen Ärzten in gut ausgestatteten Laboratorien.

Fachkräfte werden nicht nur nach Europa in renommierte Einrichtungen geholt, sondern der Fokus der Arbeit liegt darauf, dass in den Ländern des subsaharischen Afrikas entsprechende Laboratorien eingerichtet werden und Netzwerke zwischen bereits vorhandenen Einrichtungen auf- oder ausgebaut werden. Zu diesem Zweck wurden vier regionale Exzellenznetzwerke in West-, Ost-, Zentral- und dem südlichen Afrika geschaffen, die sich untereinander austauschen, länderübergreifend forschen und gleichzeitig auf die langjährige Forschungserfahrung europäischer Institute zurückgreifen können.

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