Malawi: Studie zu HIV-Selbsttest

malawi.gif In Malawi wird seit einigen Monaten eine Studie über einen HIV-Selbsttest durchgeführt. Um Stigmatisierung und Scham der Testsituation in öffentlichen Einrichtungen zu umgehen, können die Menschen ihren HIV-Statut damit selbst testen. Neben Effektivität und Durchführbarkeit werden im Rahmen der Studie auch unerwartete gesellschaftliche Folgen untersucht.

In Malawi wird derzeit eine Studie durchgeführt, die die Effektivität eines HIV-Selbsttests überprüfen soll. Mittels eines einfach anwendbaren Abstriches im Mund soll damit jeder für sich, in der Privatsphäre seines Zuhauses, einen HIV-Test durchführen können. Experten sehen darin eine vielversprechende Maßnahme in der Präventionsarbeit. Durchgeführt wird die Studie durch eine Kooperation zwischen der „London School of Hygiene and Tropical Medicine“ und dem „Malawi College of Medicine“.

Malawi ist bis heute eines der am stärksten von der Immunschwächekrankheit Aids betroffenen Länder der Welt. Über 10 % der Bevölkerung sind mit dem HI-Virus infiziert, so die Schätzungen. Zwar konnte die Zahl der Neuansteckungen in den letzten Jahren stark gesenkt werden, dennoch könnte der nun im Test stehende Selbsttest einen weiteren Durchbruch im Kampf gegen Aids bedeuten. Die Krankheit ist bis heute in Afrika wie auch anderswo mit Stigmatisierung und Ausgrenzung verbunden. Doch sich selbst und andere kann nur wirklich schützen, wer über seinen Status bescheid weiß.

Das Set für den HIV-Selbsttest wird in vierzehn Orten in Malawi an Erwachsene ausgeteilt, insgesamt sind 18.000 Personen an der Studie beteiligt. Ziel der Studie ist es herauszufinden, wie effektiv der Selbsttest ist, wie er von den Menschen angenommen wird und wie seine Durchführbarkeit in der Praxis aussieht. Auch eventuelle gesellschaftliche Nebeneffekte, die der Selbsttest mit sich bringen könnte, sollen untersucht werden.

Bei ersten Auswertungen in der Planungsphase der Studie im Jahr 2010 wurde der HIV-Selbsttest äußerst positiv in der Bevölkerung Malawis angenommen. Annähernd alle Personen, die angesprochen wurden, entschieden sich dafür, den Selbsttest anzuwenden. 99 % der Ergebnisse erwiesen sich als korrekt. Die Annahme und Durchführbarkeit allein garantieren jedoch nicht den Erfolg des Selbsttests in der Aidsprävention. Extrem wichtig sind Maßnahmen der Betreuung, der Seelsorge und natürlich der Zugang zu medizinischen Maßnahmen, die den Menschen zur Verfügung stehen müssen, auch wenn sie den Test selbst machen. Um dies bewerkstelligen zu können, wurden bereits einige Freiwillige in den Regionen der Studiendurchführung als Berater ausgebildet.

Die Wissenschaftler setzen große Hoffnungen in den HIV-Selbsttest, im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Insgesamt sind weitere viereinhalb Jahre für die Studie angesetzt, die im Februar dieses Jahres begonnen wurde.

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