Gaddafis Heimatstadt ist nächstes Ziel der Rebellen

libyen1.gifNachdem die libyschen Rebellen vergangene Woche Tripolis eingenommen haben, nähern sich nun immer mehr Einheiten Sirte, der Geburtsstadt des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Sirte gilt als eine der letzten Hochburgen Gaddafi-treuer Anhänger und die Rebellen wollen eine friedliche Übernahme der Stadt aushandeln. Sollte dies nicht gelingen, wird es wahrscheinlich auch in Sirte noch zu einem mehrtägigen Kampf kommen.

Immer mehr libysche Befreiungskämpfer nähern sich Sirte, dem Heimartort des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Die an der Nordküste Libyens gelegene Stadt ist nahezu die letzte Hochburg der Gaddafi-treuen Truppen, seit die Rebellen vergangene Woche die libysche Hauptstadt Tripolis eingenommen haben.

Sowohl von Westen als auch von Osten nähern sich Rebellen der Stadt, die 450 Kilometer östlich von Tripolis an der Küstenstraße gelegen ist. Rebellenkämpfer Colonel Salem Muftah al-Refaidy erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Befreiungskämpfer mit den loyalen Gaddafi-Anhängern in Sirte bezüglich einer friedlichen Übergabe verhandeln wollen. Ihr Ziel sei die Befreiung des Landes, nicht weiteres Blutvergießen. Sollten die Truppen Gaddafis allerdings nicht zu einer Übergabe bereit sein, werde es zu einer gewaltsamen Einnahme der Stadt kommen.

Der Sprecher Gaddafis, Moussa Ibrahim soll berichten der Nachrichtenagentur Associated Press zufolge Verhandlungen zwischen Gaddafi und den Rebellen angeboten haben. Der Nationale Übergangsrat (NTC) hat die Möglichkeit von Gesprächen zu diesem Zeitpunkt allerdings umgehend zurückgewiesen. Mahmoud Shammam, der Informationsminister des NTC teilte mit, dass Gaddafi frühere Gesprächsangebot immer kategorisch ausgeschlossen habe und dass es nun, da die Rebellen nahezu das gesamte Land kontrollieren, keine Gespräche mehr mit dem Diktator geben werde.

Muammar al-Gaddafi, sein Sohn Saif al-Islam und der ehemalige Geheimdienstchef sollen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Libyen vor Gericht gebracht werden. Auch der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat einen Haftbefehl ausgestellt. Zunächst müssen die Gesuchten allerdings erst einmal gefunden werden. Über den Aufenthaltsort Gaddafis gibt es lediglich Spekulationen und die Suche nach ihm könnte sich schwierig gestalten.

In der Hauptstadt Tripolis kommt es immer noch zu vereinzelten Feuergefechten, insgesamt hat sich die Lage aber beruhigt. Auf den Straßen der Stadt sind die Spuren der Kämpfe aber noch sehr deutlich zu sehen. Einige Zivilisten trauen sich trotzdem schon wieder auf die Straße, um Lebensmittel, Wasser und Treibstoff aufzutreiben. Einige Polizisten versuchen in einem Meer von Patronenhülsen stehend den Verkehr auf dem zentralen Grünen Platz zu regeln und somit ein bisschen Normalität zurückzubringen.

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