Internationale Luftangriffe auf Libyen

libyen1.gifEine internationale Koalition unter Führung von Frankreich, Großbritannien und den USA führt seit Samstag Luftangriffe auf bisher über 20 Ziele in Libyen aus. Damit soll die Zivilbevölkerung im Land geschützt werden und eine Flugverbotszone durchgesetzt werden. Auch in Libyens Hauptstadt Tripolis kam es offenbar zu Einschlägen von Raketen, bei denen möglicherweise Zivilisten getötet wurden.

Nachdem Frankreich zu Beginn des Wochenendes erste Aufklärungsflüge über Libyen durchgeführt hat, hat nun die eigentliche Operation zur Durchsetzung der Flugverbotszone unter dem Namen „Odyssey Dawn“ („Odyssee Morgendämmerung“) begonnen. Französische, britische und US-amerikanische Kampfjets bombardieren seit einem Tag Ziele in Libyen.

Ziel der internationalen Militäraktion ist es, Muammar Gaddafis Truppen an weiteren Angriffen auf die Rebellen sowie die Zivilbevölkerung zu hindern und die Flugabwehr des Landes außer Kraft zu setzen, um eine Flugverbotszone effektiv durchsetzen zu können. Frankreich, Großbritannien und die USA haben die Führung der Operation übernommen und sind gewillt die Resolution des Weltsicherheitsrates umzusetzen.

Mittlerweile sind bereits über 20 Ziele in dem nordafrikanischen Land angegriffen worden, darunter auch Teile der Hauptstadt Tripolis. Berichten des libyschen Staatsfernsehens zufolge, welches von Gaddafi kontrolliert wird, wurden bei den Angriffen mindestens 48 Zivilisten getötet und über 150 verletzt. Die arabische Liga, die eine Flugverbotszone gegen Libyen im Vorfeld ebenfalls unterstützt hat, äußerte aufgrund der zivilen Opfer Kritik an der Aktion.

An Odyssey Dawn sind außer Frankreich, Großbritannien und den USA auch noch Kanada, Norwegen, Belgien, Spanien, Dänemark und Italien, welches Militärbasen zur Verfügung stellt, beteiligt. Katar kündigte als erstes arabisches Land ebenfalls eine Beteiligung an der Militäraktion an. Auch eine Beteiligung der NATO an den Luftangriffen wird zunehmend wahrscheinlicher, obwohl einige Mitglieder des Bündnisses, darunter auch Deutschland, bereits angekündigt haben, sich nicht aktiv an Luftschlägen zu beteiligen.

Durch die Militäraktion wurde der Vormarsch der Regierungstruppen auf Bengasi, die zweitgrößte Stadt Libyen, offenbar gestoppt. Die Küstenstraße Richtung Westen ist Augenzeugenberichten zufolge wieder passierbar und es finden sich entlang der Strecke viele ausgebrannte Panzer und andere Militärfahrzeuge. Oberst Gaddafi verstößt derweil weiterhin gegen die UN-Resolution, die ein sofortiges Ende der Angriffe auf Zivilisten und Aufständische fordert. Bodentruppen griffen Misrata, ebenfalls eine Rebellenhochburg im Westen des Landes, an. Panzer fuhren in die Stadt ein.

Muammar Gaddafi bezeichnete die für die Luftangriffe verantwortlichen Personen als Terroristen und Nazis und kündigte einen, so wörtlich, langen und ausgedehnten Krieg an. In einer Audiobotschaft, die im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde, kündigte der seit 41 Jahren in Libyen regierende Machthaber an, die libyschen Massen zu bewaffnen und drohte damit, sowohl militärische als auch zivile Ziele im Mittelmeerraum zu attackieren. Seinen Worten zufolge seien der Mittelmeerraum und Nordafrika von nun an Kriegsgebiet und das libysche Volk sei bereit, die Kreuzritter zu bekämpfen.

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