Arabische Liga für Flugverbotszone in Libyen

libyen1.gifDie Arabische Liga hat sich am gestrigen Samstag für die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen ausgesprochen, ob diese jedoch auch im UN-Sicherheitsrat Unterstützung findet, bleibt weiterhin unklar. Die libyschen Rebellen, die weiter gegen das Gaddafi-Regime kämpfen, mussten im Osten weitere Rückschläge verzeichnen. Mit schwerer Artillerie, Panzern und massiven Luftangriffen gelang es Gaddafis Truppen Ras Lanuf und angeblich auch Brega einzunehmen

Am gestrigen Samstag hat sich die Arabische Liga für eine Flugverbotszone über Libyen ausgesprochen. Die USA begrüßten heute die Entscheidung und sprachen von einem wichtigen Schritt. Ziel einer solchen Flugverbotszone ist es, Luftangriffe der libyschen Armee auf Rebellenstützpunkte und Zivilisten zu unterbinden und so die Rebellen in ihrem Kampf gegen das Gaddafi-Regime zu unterstützen.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, erklärte, dass der libysche Machthaber Muammar Gaddafi aus Sicht der Liga seine Legitimität aufgrund der schweren Verbrechen gegen sein eigenes Volk verloren habe. Weiter gab Moussa bekannt, dass die Arabische Liga deshalb offiziell den UN-Sicherheitsrat ersucht, eine Flugverbotszone bezüglich jeglicher militärischer Aktionen gegen das libysche Volk zu implementieren.

Ob und wann der UN-Sicherheitsrat dieses Vorhaben unterstützt, ist weiterhin ungewiss, da die Vetomächte China und Russland eine Flugverbotszone bisher ablehnen.  Dennoch ist die Forderung der Arabische Liga ein klares Zeichen, welches auch von der NATO als eine grundlegende Bedingung für ein mögliches Eingreifen gefordert wurde.

Ein Sprecher des nationalen libyschen Rebellenrates, Hafiz Ghoga, erklärte, dass eine Flugverbotszone für die aufständischen Truppen äußerst wichtig wäre, um gegen die militärische Übermacht Gaddafis zu bestehen.

Allerdings rennt den libyschen Freiheitskämpfern die Zeit davon. Gaddafis Truppen stoßen mit schwerer Artillerie, Kampfpanzern und massiver Luftunterstützung immer weiter entlang der Küste in den Osten des Landes Richtung Bengasi vor, welches der Hauptsitz der Regimegegner ist.

Gestern gelang es regierungstreuen Einheiten nach schweren Kämpfen den Ölhafen Ras Lanuf einzunehmen, welcher eine Schlüsselposition darstellt. Im libyschen Staatsfernsehen wurde außerdem verkündet, dass auch die noch weiter östlich gelegene Stadt Brega eingenommen wurde. Aufgrund der sehr schwierigen Situation für ausländische Journalisten konnte diese Meldung bisher noch nicht unabhängig bestätigt werden.

Auch Misrata, die letzte Hochburg der Rebellen im Westen Libyens, gerät zunehmend unter Druck. Von dort wird berichtet, dass Gaddafis Truppen vor den Toren der Stadt stehen und Panzerfeuer durch die Straßen hallt. Dennoch sind die Rebellen im ganzen Land fest entschlossen, Gaddafi zu stürzen und hoffen weiter auf die Implementierung einer Flugverbotszone.

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