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Rätselhaftes Schwinden von Moskitos in Ostafrika

Geschrieben von Eva Kauke   
Montag, 29. August 2011

Schwindende Zahlen an Moskitopopulationen in mehreren afrikanischen Ländern geben derzeit Rätsel auf. Ein Forscherteam aus Dänemark und Tansania fand heraus, dass die Malaria übertragenden Moskitoarten aus einigen Dörfern in Tansania annähernd komplett verschwunden sind. Auch in anderen Ländern, darunter Eritrea, Ruanda, Sambia und Kenia, sind die Moskitopopulationen signifikant zurückgegangen. Worauf dieses Phänomen zurückzuführen ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Die Meinungen der Experten sind geteilt.

Einige Malariaforscher und Tropenexperten vertreten die These, dass die Programme der Regierungen sowie internationaler Hilfsorganisationen zum Schutz vor Malaria ihre Wirkung zeigen. Ganz besonders die immer weiter verbreitete Nutzung von Moskitonetzen, auch in abgelegenen Regionen Afrikas, soll neben weiteren Maßnahmen zur Kontrolle der zum Teil tödlich verlaufenden Krankheit Malaria beigetragen haben.

Diese These widerlegen jedoch die Erkenntnisse des dänisch-tansanischen Forscherteams. Denn in den Dörfern in Tansania, in denen sie zehn Jahre lang das Vorkommen und die Ausbreitung der Moskitos mittels Fallen überwachten, verfügte die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt über Moskitonetze. Dennoch zeigen die Auswertungen der Moskitofallen, dass es dort praktisch keine Moskitos mehr gibt.

Professor Dan Meyrowitsch von der Universität Koppenhagen, ein Mitglied des Forscherteams, sieht den Rückgang der Moskitopopulationen in einigen Ländern Afrikas hauptsächlich im klimatischen Wandel. Durch unregelmäßige Niederschläge, auch außerhalb der Regenzeiten, könnte die Entwicklung der Populationen gestört worden sein.

Gesicherte Erkenntnisse, die den Ursprung der schwindenden Moskitobestände erklären, gibt es bisher jedoch nicht. Dabei ist es unbedingt notwendig, die genauen Gründe zu kennen, um eine mögliche Rückkehr der Insekten vorhersehen und zeitlich einschätzen zu können. Gelingt dies nicht, kann es in den Ländern, in denen es derzeit fast keine Moskitos mehr gibt, schnell zu kritischen Situationen kommen. Denn die Menschen dort entwickeln keine natürlichen Resistenzen gegen den Erreger mehr. Gefährlich kann das vor allem für Kinder werden.

Wenn die Moskitos also genauso plötzlich wieder auftauchen, wie sie verschwunden sind, könnte das verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung der betroffenen Länder haben. Da durch die Abwesenheit der Moskitos nach einigen Jahren keine durch Kontakt mit dem Erreger gewonnene Immunität bei den Menschen mehr besteht, drohen Malariaepidemien, die dramatische Folgen haben können. Daher ist es äußerst wichtig, dass die Forscher dem Schwinden der Moskitos auf die Spur kommen, um deren Rückkehr voraussagen und entsprechende Vorkehrungen möglich machen können.

 




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