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Niger: Friedliche Stichwahlen sind „ein Beispiel für Afrika“

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Montag, 14. März 2011

Die Stichwahlen um das Präsidentschaftsamt in Niger sind nach Auskunft der zahlreichen Wahlexperten vor Ort fair und friedlich abgelaufen. Nach dem ersten Wahlgang im Januar standen bei der jetzigen Abstimmung der Oppositionsführer Mahamadou Issoufou und ein Gefolgsmann des ehemaligen Staatspräsidenten Mamadou Tandja, Seini Oumarou zur Wahl.

Der friedliche Ablauf der Wahlen macht Hoffnung, dass das zentralafrikanische Binnenland langsam zur Normalität zurückfindet und so zu einem Ruhepol in der krisengeplagten Region werden könnte. Niger gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und grenzt südlich an die revolutionär umtriebigen Länder Algerien und Libyen an. Im Osten teilt es sich eine Grenze mit dem Tschad, der vor Kurzem erst aufgrund des Einsatzes von Kindersoldaten in die Schlagzeilen geriet.


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Niger selbst hat seit Erlangung der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 etliche Umstürze durchlebt und der Lebensstandard der Bevölkerung zählt heute zu den niedrigsten weltweit. Mamadou Tandja, der zehn Jahre lang Präsident des Landes war, wurde im vergangenen Jahr vom Militär gestürzt, nachdem er versucht hatte, seine legale Amtszeit rechtswidrig zu verlängern.

Wie angekündigt hat das Militär nun innerhalb eines Jahres Neuwahlen mitorganisiert und General Salou Djibo, der seit dem Umsturz die Amtsgeschäfte führt, hat wiederholt den Rücktritt des Militärs im April angekündigt, unabhängig davon, welcher Kandidat die Wahlen für sich entscheiden wird. Bei seiner Stimmabgabe erklärte Djibo, dass die demokratische Entwicklung in Niger ein positives Beispiel für den Rest für Afrika ist. Der General erntete internationale Anerkennung für seine Bereitschaft, die Macht an einen demokratischen Nachfolger abzutreten.

Die Präsidentschaftswahlen wurden von rund 2.000 internationalen Beobachtern der Afrikanischen Union (AU), der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), der Europäischen Union (EU) und diverser US-amerikanischer Organisationen verfolgt. Santiago Fisas, Chef der europäischen Wahlbeobachtungsmission, bezeichnete die Wahl als einen Sieg für die Menschen in Niger. Auch die anderen Beobachter bestätigten, dass sowohl die Wahl an sich, als auch die Auszählung der Stimmen ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen sei.

Lediglich die Wahlbeteiligung blieb mit etwa 35 Prozent eher gering. Beide Kandidaten kündigten an, den Ausgang der Wahl zu respektieren. Favorit ist der Oppositionsführer Issoufou, der im ersten Wahlgang bereits 36 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

 

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