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Mit Honig die Armut bekämpfen

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Freitag, 3. September 2010

Kenia ist zwar eines der reicheren Länder in Afrika, aber im globalen Vergleich findet es sich ebenfalls auf den hinteren Plätzen. Beim Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen, der nicht nur wirtschaftliche Komponenten, sondern auch soziale und gesundheitliche Komponenten der Menschen berücksichtigt, liegt Kenia (0,541) auf Platz 142 von insgesamt 182 Ländern (zum Vergleich: Deutschland hat einen HDI von 0,947 und liegt damit auf Platz 22). Aber das alles sind nur Zahlen und es gibt Wege, den Lebensstandard der Menschen nachhaltig zu verbessern.

Einer dieser Wege ist besonders süß. Vor zehn Jahren gründete sich in Kenia Honey Care Africa, ein Unternehmen, das sozial nachhaltig und wirtschaftlich profitabel Honig produziert und national sowie international vermarktet. Speziell in den ländlichen Gebieten Kenias leben viele Menschen in Armut und außer der Landwirtschaft gibt es kaum Einkommensmöglichkeiten.

Genau diesen Menschen will Honey Care helfen. Die Firma stellt den Bauern, die bisher nur Subsistenzwirtschaft betreiben (also primär für den eigenen Bedarf Lebensmittel produzieren), Bienenstöcke zur Verfügung und bietet entsprechende Schulungen im Umgang mit den Tieren an. Da Bienenstöcke kaum Platz benötigen, können sie quasi überall eingesetzt werden, ohne dass die beteiligten Bauern große Flächen benötigen.

Darüber hinaus ist die Bienenzucht wenig Zeitaufwändig und kann parallel zur eigentlichen Landwirtschaft betrieben werden. Der gewonnene Honig wird von Honey Care zu einem garantierten Festpreis abgekauft und in lokal angesiedelten Fabriken weiterverarbeitet und verpackt. Honey Care besitzt mittlerweile das nötige Know-How, um den Honig auch international zu vermarkten und konnte zudem ein weitreichendes Vertriebsnetzwerk aufbauen.

Honey Care Limited leisten auf diese Weise einen entscheidenden Beitrag zur ländlichen Entwicklung in Kenia, fördert die Eigeninitiative der Bevölkerung, bietet wirtschaftlich rentable und nachhaltige Lösungen und verringert die Abhängigkeit von internationalen Geldgebern. Außerdem versucht Honey Care Africa soziale Ungleichheiten zu verringern, weshalb besonders Frauen und Jugendliche gefördert und ausgebildet werden. Durch die neu geschaffenen Einkommensmöglichkeiten in den dörflichen Gemeinschaften wird die Abwanderung der jungen Arbeitssuchenden in die Städte verringert, wovon wiederum die Slumbildung in den großen Städten wie z. B. Nairobi gebremst wird.

Seit 2000 wurden bereits über 17.500 Bienenstöcke in ganz Kenia aufgestellt. Diese verschaffen über 2.500 ländlichen Haushalten ein festes Einkommen, wodurch Planungssicherheit für die Familien geschaffen wird. Aufgrund des großen Erfolges hat Honey Care Africa mittlerweile nach Tansania expandiert.

 




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