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Burkina Faso: Baumwollfarmer verlangen höhere Preise

Geschrieben von Lukas Niemeyer   
Donnerstag, 28. April 2011

Hunderte Baumwollfarmer haben am Mittwoch in Burkina Fasos zweitgrößter Stadt, Bobo-Dioulasso, für höhere Preise und staatliche Subventionen in der kommenden Saison 2011/12 demonstriert. Steigende Preise für Dünger und gleichzeitig fallende Preise für Rohbaumwolle machen das Geschäft zunehmend unrentabler.

Die Demonstrationen der Bauern in Bobo-Dioulasso folgen einer Welle gewaltsamer Proteste, die das arme westafrikanische Binnenland in den vergangenen Wochen erschüttert hat. Zunächst sind in der Hauptstadt Ouagadougou Soldaten für höhere Löhne auf die Straße gegangen und anschließend haben auch wütende Studenten, Geschäftsleute und Anwohner gegen stark gestiegene Lebensmittelpreise, Polizeigewalt und die hohe Kriminalitätsrate demonstriert.

Präsident Blaise Compaore löste daraufhin seine Regierung auf und ernannte sich selbst zum Verteidigungsminister, um so die seit Mitte März angespannte Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

Baumwolle ist eines der wichtigsten Exportgüter Burkina Fasos, in der Erntesaison 2009/10 wurden 363.000 Tonnen des Agrarrohstoffes produziert. Vergangene Saison 2010/11 sollte die Produktion auf 450.000 Tonnen gesteigert werden, fiel mit 337.556 Tonnen jedoch vergleichsweise gering aus. Das liegt auch daran, dass immer mehr Landwirte den Baumwollanbau aufgeben.

Die Farmer überreichten dem Provinzgouverneur in Bobo-Dioulasso, das 350 Kilometer südwestlich von Ouagadougou gelegen ist, eine Deklaration, in der ihre Forderungen aufgelistet sind. Vornehmlich fordern sie die Regierung dazu auf, den Mindestpreis für Baumwolle auf 500 CFA-Franc (0,76 €) pro Kilogramm festzulegen. Nach Auskunft der Baumwollfarmer haben diese vergangenes Jahr lediglich 160 CFA (0,24 €) pro Kilo erhalten, während der Preis für die zur Faser verarbeitete Baumwolle im selben Zeitraum auf 2.000 CFA (3 €) gestiegen ist.

Ali Compaore, der Leiter der Gourma Baumwollfabrik nannte die Forderungen der Bauern zulässig aber unrealistisch. Die Vereinigung der Baumwollproduzenten, in der die drei größten Baumwollunternehmen des Landes zusammengeschlossen sind, teilt diese Einschätzung und kündigte an diese Saison einen Mindestpreis von 245 CFA-Franc (0,37 €) zu zahlen. Die Baumwollfarmer wollen sich allerdings nicht einfach abspeisen lassen und drohen mit einem Produktionsboykott, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

 




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