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12 Jahre Haft für ehemaligen Innenminister Ägyptens

Geschrieben von Eva Kauke   
Samstag, 7. Mai 2011

Mit Habib al-Adli ist zum ersten Mal seit dem Sturz des ägyptischen Despoten Hosni Mubarak ein Minister aus dessen Regierung verurteilt worden. Al-Adli wurde wegen Geldwäsche und Korruption angeklagt und nun von einem Gericht in der Hauptstadt Kairo schuldig gesprochen. Für 12 Jahre muss der ehemalige Innenminister nun ins Gefängnis. Fünf davon bekam er für die Anklage wegen Geldwäsche und sieben für den Vorwurf der persönlichen Bereicherung. Zusätzlich muss al-Adli eine Summe von 15 Millionen Ägyptischen Pfund entrichten, das entspricht in etwa 1,7 Millionen Euro. Dieses Urteil verkündete der Richter El Mohamadi el Kunsuwa am vergangenen Donnerstag in Kairo. Während des Prozesses beteuerte der Angeklagte immer wieder seine Unschuld. Überzeugen konnte er die Richter davon offensichtlich nicht.

Ob es für al-Adli bei dieser Strafe bleiben wird ist allerdings mehr als fraglich. Denn al-Adli erwartet noch einen weiteren Urteilsspruch. Ihm wird vorgeworfen, die brutale Vorgehensweise der ägyptischen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten der Revolution in Ägypten angeordnet zu haben. Bei den Protesten gegen das Regime Mubaraks wurden in Ägypten Schätzungen zufolge rund 850 Menschen getötet und unzählige weitere verletzt. Die Polizei hatte unter anderem mit scharfer Munition auf die unbewaffneten Demonstranten geschossen. Sollte al-Adli in diesem Anklagepunkt für schuldig befunden werden, könnte aus der langjährigen Haftstrafe sogar ein Todesurteil werden. Auch dieser separate Prozess ist bereits vor einigen Tagen eröffnet worden. Die nächsten Verhandlungstage sind allerdings erst für Ende Mai angesetzt worden.

Al-Adli hat insgesamt zwölf Jahre im Regime Mubaraks gedient. Zuletzt in der Position des Innenministers. Er soll in der Bevölkerung Ägyptens während seiner Amtszeit Angst und Schrecken verbreitet haben. Auf seinen Befehl hin haben die ägyptischen Sicherheitskräfte unzählige Menschen brutal gefoltert und misshandelt. Um die brodelnde Stimmung in Ägypten während der Proteste zu beruhigen, hatte Mubarak den Innenminister kurz vor seinem eigenen Rücktritt entlassen. Dieser Forderung der Demonstranten nachzukommen hat Mubarak allerdings nicht mehr viel geholfen. Er muss heute selbst mit einem Gerichtsverfahren im eigenen Land rechnen. Bisher befindet sich Mubarak allerdings in einer Klinik an der Küste in Behandlung.

 




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