Libyen: Gaddafi an geheimen Ort begraben

libyen1.gifMuammar Gaddafi ist in den frühen Morgenstunden an einem geheimen Ort in der libyschen Wüste beigesetzt worden. Der Nationale Übergangsrat will auf diese Weise verhindern, dass das Grab Gaddafis zu einer Pilgerstätte wird. An der Trauerzeremonie nahmen nur die engsten Familienmitglieder und einige Regierungsvertreter teil.

Der langjährige Diktator Libyens, der vergangenen Donnerstag in seiner Geburtsstadt Sirte getötet wurde, ist in den frühen Morgenstunden an einem geheimen Ort in der libyschen Wüste begraben worden. Damit kommen 42 Jahre despotischer Herrschaft in dem nordafrikanischen Land zu einem endgültigen Ende. Die Befreiungsbewegung hat acht Monate gegen die Truppen Gaddafis, die bis zum Ende Widerstand geleistet haben, gekämpft.

Die Führer des Nationalen Übergangsrates (NTC) waren sich die vergangenen fünf Tage unsicher darüber, wie sie mit dem Leichnam des Diktators weiter verfahren soll. Von Sirte aus wurde er in die Rebellenhochburg Sirte gebracht, wo er fünf Tage lang in einem Kühlhaus für die Öffentlichkeit zugänglich aufgebahrt war. Der einsetzende Verwesungsprozess hat die neuen Machthaber nun zu einer Entscheidung gezwungen.

Die Familie Gaddafis hatte gefordert, dass der Leichnam nahe der Heimatstadt Sirte begraben wird, wo auch die meisten Anhänger des gestürzten Machthabers leben. Die neue Führung Libyens lehnte diese Lösung jedoch ab, aus der Angst, eine Pilgerstätte sowohl für Anhänger, als auch Gegner des Diktators zu schaffen. Stattdessen haben sie sich dazu entschlossen, Gaddafi an einem geheimen Ort mitten in der Wüste beizusetzen.

An der Zeremonie, die am frühen Dienstagmorgen stattfand nahmen lediglich die engsten Verwandten und einige offizielle Regierungsvertreter teil. Einheitlichen Informationen zufolge wurden bei der Beerdigung auch die islamischen Sitten und Gebote beachtet und vor der Grablegung die entsprechenden Totengebete gesprochen.

Die Gebote sehen auch vor, dass ein Körper nach Möglichkeit innerhalb eines Tages beerdigt werden soll. Im Falle eines unnatürlichen Todes gibt es allerdings auch Ausnahmen von dieser Regel. Nichtsdestotrotz wird dem NTC von seinen Kritikern vorgeworfen, durch das lange Aufbewahren des Körpers gegen die Sitten verstoßen zu haben.

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