Referendum im Sudan ist gültig

sudan1.gifDas Referendum im Sudan ist gültig, das berichteten heute Mitglieder der im Süden des Sudan dominierenden Partei SPLM. Mehr als 60 % der Wahlberechtigten Südsudanesen haben ihre Stimme über die Abspaltung vom Norden bereits abgegeben. Damit ist der notwendige Prozentsatz der Beteiligung nach nur drei Tagen erreicht. Noch bis kommenden Samstag sind die Wahllokale im Südsudan geöffnet.

Nach nur drei Tagen haben die Wählerzahlen für das Referendum im Sudan offiziellen Angaben zufolge die 60 % Hürde geknackt. Dieser Prozentsatz ist notwendig, um ein rechtsgültiges Ergebnis zu erlangen. Nun steht also fest: Das Referendum im Sudan ist gültig. Beobachter gehen davon aus, dass der Ansturm auf die Wahllokale im Südsudan auch in den nächsten Tagen nicht abreißen wird. Über 2,2 Millionen Menschen haben bisher ihre Stimme abgegeben. Bis einschließlich 15. Januar können die Südsudanesen noch über eine Trennung vom Norden des Landes abstimmen.

Die erste Hürde für den Volksentscheid ist genommen, aber die führende Partei des Südsudan „Sudan People’s Liberation Movement“ (SPLM) hat ein weit ehrgeizigeres Ziel. Sie hoffen, dass es zu einer Wahlbeteiligung von an die 100 % kommen wird. In Anbetracht der großen Teilnahme seit Beginn des Referendums liegt dieses Ziel sogar im Bereich des Möglichen. Die Ergebnisse des Volksentscheids über die Trennung des Sudan in zwei Staaten werden allerdings erst Mitte Februar verkündet werden.

Auch einige der anderen sieben Länder, in denen der südsudanesische Teil der Bevölkerung zur Abstimmung über die Teilung des Sudan aufgerufen wurde, melden eine hohe Beteiligung. In den USA wurde die 60 % Hürde der Wahlberechtigten Südsudanesen, die ihre Stimme zum Referendum abgaben, ebenfalls bereits erreicht.

Zur Gründung eines neuen afrikanischen Staates wird es kommen, wenn mindestens die Hälfte der Wähler im Referendum für die Abspaltung vom dominanten Nordsudan gestimmt haben. Dieses Ergebnis gilt als sehr wahrscheinlich. Der amtierende Präsident des Sudan, Omar al-Bashir, hat angekündigt, das Ergebnis des Volksentscheides zu akzeptieren, auch wenn er befürchtet, dass es der wenig entwickelte Süden allein schwer haben wird.

Der Verlauf des von vielen lange herbeigesehnten und von anderen mit Skepsis erwarteten Referendums im Sudan war bisher größten Teils friedlich. Traurige Ausnahme ist die Provinz Abyei. Dort wurde die Teilnahme am Volksentscheid bereits im Vorfeld abgesagt, da es Unstimmigkeiten über die Wahlberechtigung der nomadisierenden Bevölkerungsgruppen gegeben hatte, die zu Konflikten führten. Seit Sonntag kamen bei Unruhen in der Region Abyei mindestens dreißig Menschen ums Leben.

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