Sudan Referendum hält die Welt in Atem

sudan1.gifDer Countdown läuft: Am 9. Januar 2011 wird der Südsudan in einem Volksentscheid über eine Abspaltung vom Norden des Landes entscheiden. Die Angst, dass das Referendum einen erneuten Bürgerkrieg im Sudan entfachen wird, ist groß. Einige Nachbarländer bereiten sich bereits auf eine Flüchtlingswelle aus der Region vor. In deutschen Kirchen wird für einen friedlichen Ablauf der Abstimmung gebetet und sogar ein US-Schaupsieler versucht mit einem Satellitenprojekt Einfluss auf die Situation im Sudan zu nehmen.

Am kommenden Sonntag den 9. Januar wird ein Referendum entscheiden, ob der Südsudan sich vom Norden des Landes abspalten wird, oder ob der größte Staat Afrikas vereint bleibt. Für viele Beobachter der Lage im Sudan wird dieser Tag eine Entscheidung über lang ersehnten Frieden oder erneuten Bürgerkrieg in dieser Region sein.

Ein wichtiger Faktor wird wohl die Reaktion des sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir auf das Resultat der Abstimmung sein. Wie die BBC berichtet, ist al-Bashir derzeit auf dem Weg in den Süden, um den Präsidenten dieses bereits semiautonomen Gebietes, Salva Kiir, zu treffen. Denn auch fünf Tage vor dem Volksentscheid sind noch einige wichtige Aspekte der möglichen Teilung des Staates ungeklärt. Das betrifft beispielsweise die exakte Grenzziehung sowie die künftige Verteilung der reichen Ölvorkommen im Süden des Sudan. Besonders dieser letzte Punkt ruft bei internationalen Experten Skepsis hervor, ob al-Bashir die bereits als sicher geltende Abspaltung der Rohstoffreichen südlichen Region anerkennen wird.

Bereits seit Monaten ist die Lage im Sudan sowie in den Nachbarländern in Erwartung des Referendums angespannt. Kenia und Uganda haben die Sicherheitsvorkehrungen ihrer Grenzen zum Sudan unter anderem mit Militärs aufgestockt, um einen unkontrollierten Massenexodus in ihre Länder zu verhindern, sollte es im Anschluss an das Referendum zu gewaltsamen Übergriffen kommen. In Ugandas Hauptstadt Kampala wurden sogar konkrete Gebiete ausgewählt, auf denen im Ernstfall Flüchtlingscamps errichtet werden können.

Aber nicht nur Afrika hält wenige Tage vor dem historischen Ereignis im Sudan den Atem an. So hat zum Beispiel die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) für nächsten Sonntag zu Fürbitten für die Bevölkerung des Sudan aufgerufen. Die Pfarrer sind dazu angehalten, in den Gottesdiensten für Versöhnung und Frieden im Sudan, sowie für einen friedlichen Ablauf des Referendums am Sonntag zu beten.

Auch Hollywood lässt es sich nicht nehmen, bei diesem hochbrisanten Ereignis im Sudan eine Rolle zu spielen. George Clooney hat unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Internetgiganten Google das "Satellite Sentinel Project" ins Leben gerufen. Auf der Website des Projektes kann man den Volksentscheid im Sudan per Satellitenübertragung live mitverfolgen. Da so potentiell die ganze Welt das Referendum überwachen kann, wird erhofft, dass es zu keinen gewaltsamen Übergriffen kommen wird.

Afrika-Travel wird weiter über den Volksentscheid im Südsudan und die Lage in der Region berichten.

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