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Swasiland: Kein Geld mehr für AIDS-Waisen

Geschrieben von Eva Kauke   
Donnerstag, 17. November 2011

Es steht schlecht um die Wirtschaft des kleinen Königreichs Swasiland im südlichen Afrika. Die Regierung des Landes hat zunehmend Schwierigkeiten, die anfallenden Kosten aufzubringen. Bereits im September mussten zahlreiche Schulen ihre Türen schließen, da die Regierung die vereinbarten Kosten wiederholt nicht bezahlen konnte. In den Schulen gab es daraufhin weder Wasser noch Strom noch Materialien für den Unterricht und auch die Nahrungsmittel für die Essensausgabe blieben aus. Diese Zustände führten zu einem vorübergehenden Boykott der Lehrer.

Auch bei vielen weiteren Staatsausgaben wurden die Liquiditätsprobleme der Regierung in Swasiland deutlich. In der vergangenen Woche sorgte die Nachricht für Aufruhr, dass sich die Auszahlung der Gehälter an die Beamten im Land um zwei Wochen verzögern werde. Mit Hilfe der Banken und anderen Unternehmen gelang es der Regierung jedoch wider Erwarten, die Gehälter pünktlich auszuzahlen.

Für diesen Monat hat es also zumindest für die Bezahlung der Beamten gereicht. Andere Empfänger von Staatsgeldern gingen jedoch leer aus. So konnten beispielsweise die Zuschüsse für die AIDS-Waisen in Swasiland nicht gezahlt werden. Das kleine Königreich hat eine der weltweit höchsten AIDS-Raten, rund 69.000 Kinder sind derzeit als Waisen aufgrund der Immunschwächekrankheit registriert. Auch die Zuschüsse für die Senioren konnten nach Angaben einer Delegation des Internationalen Währungsfonds schon seit September nicht mehr bezahlt werden. Swasiland ist pleite, und wie so oft sind die ersten Leidtragenden die schwächsten Glieder der Gesellschaft.

Von der Regierung Swasilands wird vor allem die internationale Finanzkrise für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht, sowie ein neuer Steuerdeal der südafrikanische Zollunion, der das Einkommen des Landes stark geschmälert hat. Einen Rettungskredit des Nachbarlandes Südafrika von 355 Millionen US-Dollar hat die Regierung bisher nicht in Anspruch genommen, da der Kredit mit Auflagen verbunden ist, darunter politische und wirtschaftliche Reformen.

Kritiker haben dagegen ganz andere Erklärungen für den finanziellen Notstand in Swasiland. Der Verwaltungsapparat des Landes ist aufgebläht wie kein anderer in Afrika. Reformen zur Verkleinerung des Verwaltungsapparates sind hier bitter nötig. Dazu kommt der extravagante Lebensstil von König Mswati III. und seinen 13 Frauen. König Mswati III. ist der letzte absolute Monarch in sub-Sahara Afrika und bekannt für seinen Hang zum Luxus. Auch die hohen privaten Ausgaben des Monarchen tragen laut Experten nicht unwesentlich zur Verschlechterung der finanziellen Lage Swasilands bei.

 




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