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15 Kinder in Nigeria entführt |
| Geschrieben von Lukas Niemeyer | |
| Dienstag, 28. September 2010 | |
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Eine Gruppe bewaffneter Männer hat am frühen Montagmorgen in Nigeria einen Schulbus mit 15 Kindern entführt. Der Vorfall ereignete sich in der Provinz Abia, die im Süden Nigerias am Rande des ölreichen Nigerdeltas liegt. Laut Aussage des örtlichen Polizeisprechers, Geoffrey Ogbonna, waren die Kinder unterwegs zur Abayi International School in Aba, dem wirtschaftlichen Zentrum der Region. Die 15 Schüler wurden auf ihrer Fahrt von ihrem Lehrer begleitet, als die bewaffneten Entführer das Fahrzeug unter ihre Kontrolle brachten und damit flohen. Der Aufenthaltsort der Entführungsopfer ist bisher unbekannt. Die Polizei bestätigte, dass die Entführer eine Lösegeldforderung an den Leiter der Privatschule übermittelt haben. Lokalen Medienberichten zufolge soll sich die geforderte Lösegeldsumme auf 20 Millionen Naira belaufen, was knapp 100.000 Euro entspricht. In der Region des Nigerdeltas sind Entführungen an der Tagesordnung, nach Aussage des Polizeisprechers der Provinz Abia ist dies jedoch der erste Fall, in dem es sich um Kinder handelt. Bisher wurden von kriminellen Banden und Milizen im Delta fast ausschließlich ausländische Angestellte der großen Ölfirmen entführt. Die Entführung von Kindern ist daher eine neue, besorgniserregende Entwicklung bezüglich der Entführungspraxis der regional aktiven, räuberischen Banden. Die großen Ölreserven im Nigerdelta ziehen seit Jahrzehnten internationale Konzerne an, die dort sehr gewinnbringend Öl fördern. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Protesten und gewalttätigen Ausschreitungen, da die lokale Bevölkerung kaum von dem Reichtum profitiert. Stattdessen wurde vielen Fischern und Bauern ihre Lebensgrundlage dadurch entzogen, dass weite Gebiete des Deltas durch auslaufendes Öl oder illegal verbranntes Gas verunreinigt wurden. In den letzten Jahrzehnten ist im Nigerdelta weit mehr Öl ausgelaufen, als während der Ölpest im Golf von Mexiko – ohne dass die in Nigeria operierenden Ölkonzerne viel dagegen unternommen haben. |


