Anzeige
Kenia arrow News arrow Mehr Hilfe für Flüchtlingslager Dadaab gefordert

Mehr Hilfe für Flüchtlingslager Dadaab gefordert

Geschrieben von Eva Kauke   
Dienstag, 2. Oktober 2012

In Dadaab, im Norden Kenias, befindet sich das weltweit größte Flüchtlingslager. Derzeit leben dort rund eine halbe Million Menschen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Nachbarland Somalia. Sie sind vor Hunger, Armut und Gewalt aus ihrer Heimat geflüchtet und suchen Schutz und Hilfe in Kenia. Doch genau diese Hilfe, die den Flüchtlingen dank der Genfer Flüchtlingskonvention sogar nach einem internationalen Abkommen zusteht, kann nicht einmal annähernd ausreichend gewährt werden. Das teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am Montag den Medien mit.

Nicht nur die Mittel, die für die Menschen in Dadaab zur Verfügung stehen, sind alles andere als ausreichend. Krankheiten und Seuchen bedrohen das Leben der Menschen. Und auch die Gewalt zwischen den Menschen im Camp nimmt immer verheerendere Ausmaße an. Ärzte ohne Grenzen fordern die internationale Gemeinschaft daher dringend auf, die Hilfsmaßnahmen in Dadaab auszuweiten, um die Situation der Menschen dort zu verbessern.

Obwohl die Zahl der Flüchtlinge in Dadaab sich im vergangenen Jahr kaum verändert hat, sind die Mittel aus internationalen Quellen in den letzten Monaten drastisch gesenkt worden. Seit 2011 sogar um mehr als 40 Prozent. Es fehlen Unterkünfte für die Menschen und ausreichend sanitäre Anlagen, was vor allem hinsichtlich der Regenzeit, die in Kürze ansteht, schwerwiegende Folgen haben kann. Aufgrund der mangelnden hygienischen Verhältnisse droht der Ausbruch weiterer Seuchen. Erst im vergangenen Jahr war das Lager von einer Choleraepidemie heimgesucht worden.

Bei einem Besuch von Bruno Jochum von Ärzte ohne Grenzen in Dadaab in der vergangenen Woche wurde festgestellt, dass die Registrierung der Neuankömmlinge im Camp derzeit nicht mehr stattfindet. Auch dies ist eine Folge der viel zu geringen Hilfeleistungen, die dort noch bewerkstelligt werden können. Jochum bezeichnete dieses Versäumnis als Verstoß gegen die Genfer Flüchtlingskonvention und betonte die Wichtigkeit der Wiederaufnahme der Registrierungen.

Jochum berichtete weiterhin, dass Ärzte ohne Grenzen die Gespräche zwischen der kenianischen Regierung und der UN-Flüchtlingskommission UNHCR unterstütze. Zusammen mit den anderen Vertragsstaaten der Genfer Flüchtlingskonvention müssten dringend Lösungen für die Situation der Menschen im Camp in Dadaab gefunden werden.

 

Neueste Artikel

Überwintern in Las Palmas - Stadtleben auf den Kanarischen Inseln

Montag, 22. Mai 2017 | Mario Herbst

EinreisebesstimmungUnter den Globetrottern und Touristen sind die Kanarischen Inseln schon lange ein Traumziel:...
weiterlesen ...

Die Rechte der Fluggäste bei Flügen von und nach Afrika

Dienstag, 24. Januar 2017 | Mario Herbst

article thumbnaiDie Vorfreude ist groß oder der Zeitdruck hoch – doch bereits vor Antritt des Fluges kommt die böse...
weiterlesen ...

Weitere neue Artikel

Zufällige Artikel

Reisewarnung für die Zentralafrikanische

Samstag, 14. November 2015 | Eva Kauke

zentralafrr Die Turbulenzen in der Zentralafrikanischen Republik nehmen kein Ende. Muslime und Christen...
weiterlesen ...

In Libyen herrscht Kriegszustand

Donnerstag, 26. November 2015 | Mario Herbst

article thumbnai Das im Norden Zentralafrikas gelegene Libyen kommt seit dem Bürgerkrieg im Jahr 2011 nicht...
weiterlesen ...

Weitere zufällige Artikel