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Neuer Impfstoff gegen Meningitis

Geschrieben von Eva Kauke   
Dienstag, 7. Dezember 2010

Ein neuer Impfstoff gegen Meningitis A soll dabei helfen, die Krankheit in Afrika ein für alle mal auszulöschen. Der Impfstoff MenAfriVac wurde speziell für den sogenannten afrikanischen Meningitis-Gürtel entwickelt. Dieser erstreckt sich über fünfundzwanzig Länder des Kontinents, vom Senegal im Westen bis nach Äthiopien im äußersten Osten Afrikas.

Die Entwicklung des Impfstoffes ist auf ein Partnerschaftsmodel zwischen verschiedenen Organisationen zurückzuführen, das bisher einmalig ist. Die Weltgesundheitsorganisation und die Non-Profit-Organisation PATH haben mit der Unterstützung der Linda and Bill Gates Foundation das Meningitis Vaccine Project (MVP) ins Leben gerufen. Durch diese Zusammenarbeit waren die Kosten für die Entwicklung des Impfstoffes auf einen Bruchteil dessen reduziert, was eine solche Arbeit eigentlich kostet.

Bereits vor zehn Jahren begannen Gesundheitsexperten in den USA mit der Entwicklung eines Impfstoffes, der speziell für ärmere Regionen wie die des Meningitis-Gürtels konzipiert wurde. Häufig sind Impfstoffe, auch wenn sie grundsätzlich vorhanden sind, in diesen Regionen aus Kostengründen nicht großflächig anwendbar. Eine Impfung mit MenAfriVac kostet weniger als 50 Cent (US-Dollar) und soll sogar eine längere Wirkungsdauer haben als vergleichbare aber wesentlich teurere Impfstoffe.

Burkina Faso ist das erste Land, in dem der neue Impfstoff eingesetzt wird. Am Montag wurde eine breit angelegte Kampagne gestartet. Wie die Weltgesundheitsorganisation berichtete, sollen noch bis zum Ende des Jahres mehr als zwölf Millionen Menschen in dem kleinen westafrikanischen Land eine Impfung gegen Meningitis erhalten haben. Der Gesundheitsminister von Burkina Faso, Seydou Bouda, bezeichnete den Beginn der Impfkampagne als historischen Moment für alle Länder Afrikas, deren Bevölkerungen durch die Krankheit Meningitis A immer wieder schwer zu leiden hatten. Auch in den anderen Ländern des Meningitis-Gürtels soll der Impfstoff MenAfriVac eingeführt werden.

Besonders junge Erwachsene und Kinder sind in Afrika von Meningitis A betroffen. Etwa zehn Prozent der Patienten sterben nur wenige Tage nachdem die ersten Anzeichen der Krankheit aufgetreten sind. Bei bis zu zwanzig Prozent der Überlebenden hinterlässt diese Form der Meningitis bleibende Schäden wie Hörschwächen, Lernschwächen oder sogar Hirnschäden. Im vergangenen Jahr infizierten sich Schätzungen zufolge rund 88.000 Menschen in Afrika mit Meningitis A. Durch den neuen Impfstoff soll die Krankheit dort in wenigen Jahren gänzlich verschwunden sein.

 




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