Studie deckt auf: Piraterie in Somalia ist wichtiger Wirtschaftsfaktor

somalia.gif Die Piraterie in Somalia hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Faktor für die Wirtschaft des Landes entwickelt. Vor allem in einigen Städten im Landesinneren sind die Piraten wichtige Investoren. Diese Erkenntnis wurde nun in einer Studie des britischen Instituts „Chatham House“ veröffentlicht, das unter anderem Satellitenbilder auswertete, auf der die Entwicklung diverser Städte erkennbar war.

Die Piraterie in Somalia ist für die Wirtschaft des Landes ein durchaus einträgliches Geschäft. Das berichtete nun das unabhängige britische Institut „Chatham House“. Laut eines Berichts sind die positiven wirtschaftlichen Folgen der Piraterie in Somalia derart evident, dass ein Verlust dieses Geschäfts durchaus eine Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bedeuten würde. Für die Machthaber im Land wäre ein Stopp der Piraterie also durchaus mit Verlusten verbunden, der Anreiz, sich für diesen einzusetzen, ist folglich entsprechend gering.

Erstellt wurde die Studie über Piraterie in Somalia unter anderem mit Hilfe von Satellitenbildern, die das Team um die Autorin Anja Shortland auswertete. Die Bilder aus den letzten Jahren zeigten deutlich den Anstieg der Zahl an Autos, besonders in einigen Städten des Landes und viele neue Gebäude sowie Renovierungen von Gebäuden, ebenfalls hauptsächlich in den Städten im Inneren des Landes. Besonders viel Geld wurde von den Piraten in den Städten Garowe und Bosasso investiert, wie der Bericht von „Chatham House“ offenlegt. Deutlich zu erkennen sind die positiven Auswirkungen der Piraterie auch für die Menschen, die in von Piraten kontrollierten Regionen ansässig sind. Dort gibt es laut der Studie nicht nur mehr Beschäftigte sondern auch höhere Löhne.

Die Autoren der Studie kamen außerdem zu dem Schluss, dass Maßnahmen gegen die Piraterie in Somalia auf das Festland verlegt werden müssen, um erfolgreich zu sein. Die Strategien westlicher Länder wie die USA oder Großbritannien konzentrieren ihren Kampf gegen die somalischen Piraten hauptsächlich auf den Ort des Geschehens, das Meer. Vielversprechender könnten laut der Studie Bemühungen sein, mit den Bewohnern der Dörfer an Somalias Küsten zusammenzuarbeiten, die den Piraten zwar Unterschlupf gewähren, aber nicht wesentlich von deren Machenschaften profitieren.

Neben Vorschlägen, wie man die Piraterie in Somalia in Zukunft erfolgreicher bekämpfen könnte, weist die Studie jedoch auch ausdrücklich darauf hin, welche negativen Folgen das Ende der Piraterie für die Wirtschaft und die Entwicklung Somalias haben werde. Für viele Menschen in Somalia würde das Wegfallen der Gelder, die dadurch in Umlauf geraten, ein Rückschritt in bittere Armut bedeuten.

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