Äthiopien bietet Entsendung von Friedenstruppen in den Sudan an

suedsudan-s.gifDer östliche Nachbar des Sudan, Äthiopien, hat angeboten, Friedenstruppen in die von Nord- und Südsudan gleichermaßen beanspruchte Grenzregion Abyei zu entsenden. Voraussetzung dafür sei, dass beide Seiten einem solchen Schritt zustimmen. Der Südsudan will sich am 8. Juli unabhängig erklären. Der Norden hat vergangene Woche die Abyei-Region besetzt und damit einen erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs riskiert.

Äthiopien hat angeboten, Friedenstruppen in die umstrittene sudanesische Grenzregion Abyei zu entsenden. Das Angebot des östlichen Nachbars des Sudan erfolgt, nachdem das Militär des Nordsudan die Region vor einer Woche gewaltsam besetzt hat. Äthiopien begründete das Angebot mit einem eigenen Interesse an der Stabilität in dem Nachbarland und der gesamten Region.

Der Südsudan, der sich am 8. Juli offiziell für unabhängig erklären will, hat das Angebot bereits angenommen, während die Regierung in Karthum, der Hauptstadt des Sudan, noch über die Offerte nachdenkt. Ursprünglich sollte der noch immer umstrittene Grenzverlauf als demilitarisierte Zone deklariert werden, die von gemeinsamen Patrouillen beider Länder (Sudan und Südsudan) überwacht werden sollte.

Die militärische Besetzung der ölreichen Abyei-Region durch den Norden hat Ängste vor einem erneuten Ausbrechen des langjährigen Bürgerkriegs heraufbeschworen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Besetzung und rief die Truppen des Nordens dazu auf, sich sofort aus der Region zurückzuziehen. Der sudanesische UN-Botschafter Daffa-Alla Elhag Ali Osman teilte daraufhin mit, dass ein Rückzug nur geschehe, wenn zuvor neue sicherheitspolitische Abmachungen getroffen werden.

Der Norden fordert, dass sich alle UN-Blauhelme nach der Erklärung der Unabhängigkeit des Südens aus dem Sudan zurückziehen. Die Regierung des Südens hingegen heißt die UN-Peacekeeper weiterhin willkommen, um ein Sicherheitsvakuum zu verhindern. Ezekiel Gatkuoth, ein hoher Regierungsbeamter des Südsudan, fordert auch nach der Unabhängigkeit eine hohe Präsenz der Friedenstruppen auf beiden Seiten der Grenze.

Eine effektive Überwachung des strittigen Grenzverlaufs ist nur möglich, wenn UN-Soldaten auf beiden Seiten der Grenze stationiert sind. Sollten sowohl der Norden als auch der Süden zustimmen, wäre Äthiopien bereit, neutrale Friedenstruppen in die umstrittenen Regionen zu entsenden. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat eine Verlängerung des UN-Mandats im Sudan um weitere drei Monate angeregt, um den Kontrahenten Zeit zu geben, ihre Grenzstreitigkeiten am Verhandlungstisch zu lösen. Die Regierung in Karthum hat für die Verwaltung der Abyei-Region heute ein Rotationsprinzip vorgeschlagen, wie der Süden dazu steht, ist noch nicht bekannt.

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