Simbabwe: Mugabe strebt Wiederwahl an

simbabwe.gif Robert Mugabe, seit über 30 Jahren an der Macht in Simbabwe, hat nicht vor sich in den Ruhestand zu verabschieden. Ganz im Gegenteil, der 87-jährige, der aus der einstigen Kornkammer Afrikas ein Armenhaus machte, hat noch viel vor, wie er beim Parteikongress der Zanu-PF mitteilte. Mugabe will nicht nur im kommenden Jahr erneut für das Präsidentenamt kandidieren, er will auch die Koalitionsregierung mit der Oppositionspartei MDC „zu Grabe tragen“. Erschreckende Aussichten für ein Land, das einen Wechsel in der Politik so dringend braucht.

Simbabwes Präsident Robert Mugabe will nicht in den Ruhestand gehen. Das teilte der 87-jährige seinen Parteifreunden beim alljährlichen Kongress der Regierungspartei Zanu-PF in Bulawayo mit. Eine Resolution, die die Kandidatur Mugabes unterstützt, wurde noch im Rahmen des Kongresses verabschiedet. Doch damit nicht genug. Mugabe will bei den Wahlen im kommenden Jahr nicht nur erneut kandidieren, er will auch das Zepter in Simbabwe wieder allein in die Hand nehmen. Durch internationalen Druck ist Mugabe seit 2008 gezwungen, die Regierungsgeschäfte mit der Oppositionspartei MDC gemeinsam zu führen.

Mugabe teilte seinen Parteimitgliedern in Bulawayo mit, sie müssten sich keine Sorgen machen, dass er sich wie ein Feigling aus der Verantwortung zurückziehen werde, solange das Land noch von einem unfunktionalen Regierungssystem geführt werde. Er sei glücklich darüber, dass Gott ihm ein so langes Leben geschenkt habe, das es ihm ermögliche, die noch ausstehende Arbeit zu erledigen. Mugabe machte sich in seiner Ansprache nicht die Mühe, die Aussage hinter diesen Worten zu verschleiern. Mit dem unfunktionalen Regierungssystem ist die Koalition mit der Oppositionspartei gemeint, eine Einrichtung, die Mugabe im Rahmen einer neuen Amtszeit „zu Grabe tragen werde“, wie er sich selbst ausdrückte. Des Weiteren bezeichnete er die Koalition mit der MDC als „Monster“, das so schnell wie möglich zu Tode gebracht werden muss und so tief begraben, dass es nie wieder zum Vorschein kommen wird.

Robert Mugabe hält seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien im Jahr 1980 eine einmalige Machtposition im Land inne, zunächst als Ministerpräsident und wenige Jahre später als Staatspräsident. Mugabe galt zu Beginn seiner Amtszeit international als große Hoffnung für das Land im südlichen Afrika, das einst als „die Kornkammer Afrikas“ bezeichnet wurde. Im laufe der Jahre wurde der angesehene Politiker jedoch immer mehr zum eisernen Diktator, der das Land durch Korruption und Misswirtschaft von der Kornkammer zum Armenhaus katapultierte. Seit den 1990er Jahren ist der einstige Hoffnungsträger international zunehmend isoliert. Wie Mugabe nun jedoch bei seiner Ansprache beim Parteikongress in Bulawayo unmissverständlich erneut belegte, hält der gesundheitlich angeschlagene 87-jährige weiterhin unvermindert an seiner Macht fest.

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