Simbabwe will US-Cents importieren

simbabwe.gifSeit 2009 wird der US-Dollar in Simbabwe als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert. Es fehlt in dem südafrikanischen Land jedoch an Kleingeld, das Ladenbesitzer als Wechselgeld verwenden können. Finanzminister Tendai Biti will nun aus den US-Cents importieren, um den Ärger der Kunden zu verringern, die bisher anstatt harter Währung Süßigkeiten als Wechselgeld akzeptieren müssen.

Seit 2009 wird in Simbabwe der US-Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert, da die eigene Währung, der Simbabwe-Dollar, rasant an Wert verloren hatte. Konsequentes, wirtschaftliches Missmanagement der Regierung hatte zu einer Hyperinflation geführt, wodurch das Geld kaum noch das Papier wert war, auf das es gedruckt wurde.

Seitdem ist der US-Dollar landesweit als Währung akzeptiert und Dollarscheine sind leicht zu bekommen. Allerdings gibt es einen akuten Mangel an Cent-Stücken, was zu einigem Ärger bei der Bevölkerung führt, so Brian Hungwe, ein Reporter des britischen Nachrichtensenders BBC, der aus Harare, der Hauptstadt Simbabwes berichtet.

In Geschäften und auf den Märkten ist es den Verkäufern häufig nicht möglich, das volle Wechselgeld auszuzahlen. Stattdessen sind die Kunden gezwungen, sich den fehlenden Betrag in Süßigkeiten oder anderen Gütern auszahlen zu lassen. Alternativ ermöglichen es einige Ladenbesitzern ihren Kunden auch, sich den Betrag gutschreiben oder in südafrikanischen Rand oder botswanischen Pula auszahlen zu lassen. Die simbabwische Regierung hat die beiden Währungen der benachbarten Länder ebenfalls als offizielle Zahlungsmittel genehmigt, sie sind aber weit weniger beliebt und akzeptiert als der stabile US-Dollar.

Alle Möglichkeiten für die Kunden sind derzeit unbefriedigend und deshalb hat der Finanzminister des südafrikanischen Landes, Tendai Biti, angekündigt, US-Cent importieren zu wollen. Bankangestellte hätten bereits Gespräche mit den amerikanischen Behörden aufgenommen, um Münzgeld zu „importieren“, so Biti. Gegenüber der staatlichen Zeitung The Herald erklärte er, dass mit den Dollar-Münzen das Geldwechselproblem wenn nicht aufgehoben, so doch deutlich entschärft werden soll.

Tendai Biti wurde 2009 zum Finanzminister der neu gebildeten Regierung ernannt, die Staatspräsident Robert Mugabe nach den von Gewalt überschatteten Wahlen 2008 zähneknirschend mit seinem ärgsten Rivalen Morgan Tsvangirai vom Movement for Democratic Change bildete. Die Regierung trug zur Überwindung der politischen und wirtschaftlichen Krise des Landes bei.

Durch die Zulassung fremder Währungen als offizielles Zahlungsmittel wurde der freie Fall der Wirtschaft gestoppt. Der zwischenzeitlich gedruckte Schein im Wert von 100.000.000.000.000 S$ (100 Billionen Simbabwe-Dollar) ist seitdem nur noch für Touristen als Souvenir wertvoll – zu kaufen für einen US-Dollar.

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