Startschuss für den Karneval in Afrika

seychellen.gif Die Karnevaltraditionen Afrikas sind international nicht so bekannt wie die Karnevalfeste anderer Länder. Trotzdem blicken Karnevaltraditionen in Afrika auf eine lange Geschichte zurück und haben im Land selbst eine enorme Bedeutung. Das beliebte Touristenziel, die Seychellen veranstalten dieses Jahr einen Karneval, der speziell für Touristen ausgerichtet wird.

Die Insel Sao Vicente besitzt derzeit den bekanntesten und spektakulärsten Karneval in Afrika. Die Vorbereitungen laufen auf der Insel im Moment auf Hochtouren. Am achten März 2011 fällt der Startschuss mit dem Karneval in Mindelo.

Die Karnevaltradition in Mindelo vermittelt eine brasilianische Atmosphäre. Aus diesem Grund werden Kostüme getragen, die an Brasilien erinnern. Auch die Musik ist brasilianisch angehaucht. Zudem ist der Mindelo Karneval aufgrund der geringen Kriminalitätsrate, des wunderschönen Wetters und der uneingeschränkten Gastfreundlichkeit bekannt und hat einen hervorragenden Ruf.

Der Mindelo Karneval in São Vicente ist nicht das einzige Karnevalsfest in der Umgebung. Bei den Einheimischen ist er jedoch der bekannteste und beliebteste Karneval, sodass viele Menschen Jahr für Jahr weite Strecken auf sich nehmen, um an diesem Fest teilzunehmen. Erst in den vergangenen Jahren suchend zunehmend Touristen das Fest auf, obwohl es bereits seit dem 18. Jahrhundert stattfindet.

Kap Verdes Hauptstadt Praia richtet zur gleichen Zeit einen großen Karneval aus. Dieser steht zum Fest in Mindelo in starker Konkurrenz. Der Karneval in Praia ist ebenfalls sehr lebhaft, farbenfroh und authentisch. Er wird in der Stadt als das beste Ereignis im ganzen Jahr angesehen. Touristen bevorzugen bisher jedoch den Karneval in Mindelo.

Nicht weit von Praia und Mindelo entfert, wird auch in Guinea-Bissau ein jährlicher Karneval ausgerichtet. Die Gegend ist besonders arm und wird regelmäßig von Unruhen und Aufständen heimgesucht. Aus diesem Grund genießt die Bevölkerung den Karneval als eine Zeit, in der die Probleme, mit denen die Region Tag für Tag zu kämpfen hat, vergessen werden können. Durch die dort herrschende Armut ist das Karnevalfest dort wesentlich bescheidener, aber trotz allem nicht weniger exotisch.

Der Karneval in Bissau beginnt dieses Jahr am fünften März. Die einheimische Bevölkerung dort zeichnet sich durch ihren vielseitigen Migrationshintergrund aus. Aus diesem Grund tragen die verschiedenen ethnischen Gruppen traditionelle Kostüme uns Masken. Das SOS Kinderdort in Bissau berichtet, dass vor allem die Kinder es genießen an diesen Festivitäten teilzunehmen. In Befata wird sogar ein spezieller Kinderkarneval veranstaltet.

Weiter südlich in Angolas Hauptstadt Luanda wird ebenfalls die Karnevaltradition seit Jahrzehnten aufrecht erhalten. Jahr für Jahr steigt die Teilnehmerzahl. Sowohl die Regierung als auch die Behörden unterstützen diese Festivität dort und greifen dem Karneval mit finanziellen Mitteln unter die Arme. Das Karnevalkomittee berichtete, dass dieses Jahr ein Budget von 400 000 USD zur Verfügung steht. Die Regierung hat sich als Ziel gesetzt, den Luanda Karneval zum beliebtesten Fest Afrikas machen zu wollen.

Neben den konkurrierenden Karnevalfesten in den verschiedenen Städten entsteht auch in anderen Sparten ein enormer Konkurrenzkampf während der Karnevalszeit. Es werden große Wettbewerbe organisiert für den besten Karnevalhit, das beste Kostüm und das schönste Mädchen. Die Karnevalskomittes versuchen Jahr für Jahr die Feste zu modernisieren, gleichzeitig jedoch die traditionellen Werte aufrechtzuerhalten.

Eine etwas andere Karnevalstradition findet man in Maputo, einer Region Afrikas, in der portugiesisch gesprochen wird. Öffentliche Karnevalsprozessionen und Züge spielen hier eher eine untergeordnete Rolle. Der Karneval wird hier oft in Kneipen, Diskotheken gefeiert. Viele Einheimische organisieren auch private Feste. Egal, wie die Karnevalstraditionen abgehalten werden, helfen sie den Menschen in Afrika aus ihren Alltag zu entfliehen und für ein paar Tage die Sorgen und Ängste zu vergessen.

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