Senegal: Ländliche Regionen profitieren von Solarenergie

senegal.gifDie senegalesische Regierung fördert den Ausbau von Solaranlagen mit sechs Millionen Euro. Die Subventionen ermöglichen es immer mehr Menschen, sich autonom mit Strom zu versorgen. Besonders die Bevölkerung in den abgelegenen Gebieten des Senegal profitiert von der Solarenergie und ist nicht mehr auf das unzuverlässige Stromnetz angewiesen.

Häufige Stromausfälle oder das gänzliche Fehlen einer Anbindung an das Stromnetz veranlasst immer mehr dörfliche Gemeinschaften in abgelegenen Regionen des Senegal dazu, sich autonom mit Solarenergie zu versorgen. Auch in anderen Ländern der Sahelzone, wie Mali und Burkina Faso, steigt die Nutzung von Solarpanelen zur Stromerzeugung kontinuierlich an.

Die Firmen, die entsprechende Produkte vertreiben, geben an, dass bereits 80 Dörfer im Senegal sowie weitere 150 im benachbarten Mali von der neuen Energietechnik profitieren. Die Sustainable Power Electric Company (SPEC), die ihren Sitz im Senegal hat, erklärt, dass Solarpanelen oder Photovoltaikzellen seit Jahren eine mögliche Lösung zur Elektrifizierung ländlicher Gebiete darstellen – einziges Hindernis bisher: der hohe Preis.

Ein Quadratmeter mit Photovoltaikzellen kostete bislang etwa 650.000 CFA-Francs (ca. 1.000 €). Nun hat die Regierung des westafrikanischen Landes aber eine sechs Millionen Euro umfassende Förderung beschlossen, wodurch der Preis für die Panelen und die notwendige Hardware auf zusammen etwa 450 Euro sinkt. Dadurch wird es mehr Menschen möglich, sich autonom mit Strom zu versorgen.

Mit dem Strom werden Häuser und Schulen beleuchtet, Kühlschränke betrieben, die Sicherheit verbessert oder „Mini-Kraftwerke“ eingerichtet. In dem Dorf Kidira im Osten Senegals kam es beispielsweise häufig zu Viehdiebstählen. Die Anwohner legten Geld zusammen und investierten in eine Solaranlage, mit deren Hilfe die Einfriedungen der Tiere nun bei Nacht beleuchtet werden. Seitdem ist die Zahl der Viehdiebstähle wieder stark gesunken.

Moutakilou Bangoura, ein junger Bar- und Ladenbesitzer aus Dindiéri berichtet stolz, dass er 680.000 CFA (1.040 €) ausgegeben hat, um sich Solarpanelen zu kaufen. Mit ihnen versorgt er sein gesamtes Haus und die angrenzende Bar mit Strom, betreibt zwei Kühlschränke sowie Fernseher damit und beleuchtet das gesamte Anwesen.

Hilfsorganisationen haben in einigen Dörfern Malis „Mini-Kraftwerke“ errichtet, die mit Solarstrom betrieben werden, und die von den Dorfbewohnern genutzt werden können, um Lampen für zu Hause aufzuladen. Jeder Benutzer erhält anfangs eine Lampe, die er für die monatliche Summe von 700 CFA (1 €) aufladen kann. Von dem Geld wird ein Techniker für die Wartung der Anlage finanziert. Auf diese Weise profitieren auch arme Familien von der Solartechnik ohne vorher teurere Investitionen tätigen zu müssen.

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