Sambia: Frederick Chiluba ist tot

sambia2.gif Sambias ehemaliger Präsident Frederick Chiluba verstarb im Alter von 68 Jahren in seinem Haus in Lusaka. Er galt für viele als „Befreier“, als er im Jahr 1991 nach fast 30 Jahren Sozialismus zum Präsidenten gewählt wurde. Der Westen lobte Sambia unter seiner Führung als Musterbeispiel einer Demokratie in Afrika. Im Rahmen seiner Amtszeit verstärkte er jedoch den Druck auf die Opposition, seine Regierungsführung wurde zunehmend autokratisch.

Frederick Chiluba, über zehn Jahre lang Präsident von Sambia, starb im Alter von nur 68 Jahren. Woran Chiluba gestorben ist, ist bisher nicht bekannt. In Medienberichten heißt es, er habe schon seit Längerem unter starken Herzproblemen gelitten. Chiluba starb in seinem Haus in Sambias Hauptstadt Lusaka. Offenbar war es dem ehemalige Präsident des Landes in den vergangenen Jahren gesundheitlich immer schlechter gegangen. Aus dem öffentlichen Leben hatte er sich bereits vor seinem Tod weitgehend zurückgezogen.

Nach fast 30 Jahren Sozialismus in Sambia wurde Frederick Chiluba im Jahr 1991 zum ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt des Landes. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde er nicht nur von der Bevölkerung Sambias geliebt, auch die westlichen Länder sahen in Chiluba ein Beispiel für einen vorbildlichen Übergang zu einer demokratischen Gesellschaft. Chiluba wurde als „Befreier“ Sambias verehrt und sogar als „schwarzer Moses“ betitelt.

Der Politiker setzte während seiner Amtszeit wichtige wirtschaftliche und politische Reformen durch und setze sich für die Stärkung der Rechte der Bevölkerung ein. Wie schwierig der Weg zur Demokratie ist, zeigte sich nach einiger Zeit jedoch auch in Chilubas Regierungsstil. Die Opposition wurde zunehmend unterdrückt. Von Experten wird der ehemalige Präsident von Sambia daher auch als autokratischer Regierungsführer bezeichnet. Sein Weg ist dem vieler anderer afrikanischer Staatsoberhäupter nicht unähnlich. Der Grad vom Befreier und Hoffnungsträger zum Despoten und Unterdrücker kann ein schmaler sein.

Chiluba wurde nicht nur die willkürliche Behandlung von Kritikern und politischen Gegnern vorgeworfen, auch das Recht der Meinungsfreiheit wurde unter seiner Regentschaft stark beschnitten. Journalisten, die es wagten, öffentliche Kritik am Präsidenten zu üben, fanden sich nicht selten in dessen Gefängnissen wieder. Auch Vorwürfe wegen Korruption trübten das Image des einst so beliebten Politikers noch während seiner Amtszeit, die im Jahr 2002 endete. Chiluba versuchte noch, sich durch eine Änderung der Verfassung eine dritte Amtszeit zu sichern, was durch massive Proteste in der Bevölkerung jedoch misslang. So musste Chiluba nach elf Jahren sein Amt als Präsident von Sambia aufgeben. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er zurückgezogen in seinem Haus in der Hauptstadt Lusaka.

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