Hilfsorganisationen warnen vor Nahrungskrise in der Sahelzone

niger.gif In mehreren Ländern der Sahelzone droht in den kommenden Monaten eine weitere humanitäre Katastrophe. Auch dort werden die Nahrungsmittel aufgrund von schlechten Ernten immer knapper. In vielen Regionen gab es während der letzten Regenzeiten viel zu wenig Niederschläge. Hilfsorganisationen warnen vor der drohenden Katastrophe für die Menschen in diesen Regionen und rufen zu schnellem Handeln auf.

Im Osten Afrikas sind seit Monaten Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Die anhaltende Dürre am Horn von Afrika zerstörte die Ernten in vielen Regionen und ließ das Vieh verenden. Hunderttausende Menschen mussten aufgrund der Nahungsmittelknappheit aus ihrer Heimat flüchten und leben heute in schlecht ausgestatteten Lagern, wo sie, wenn überhaupt, nur mit dem Nötigsten versorgt werden können. Zehntausende Menschen starben in Somalia, Kenia, Äthiopien und weiteren Ländern am Horn von Afrika bereits an Mangelernährung, in Folge der schlimmsten Dürrekatastrophe seit 60 Jahren.

Die Hilfsorganisation CARE und die Welthungerhilfe warnen nun vor einer Wiederholung dieses humanitären Desasters in der Sahelzone. Im Niger, in Mali und in Burkina Faso gibt es nach Angaben der beiden Organisationen eindeutige Anzeichen, dass auch dort eine Nahrungskrise bevorsteht. Denn auch in diesen Ländern brachten die letzten Regenzeiten entweder viel zu wenig Niederschläge mit sich oder blieben sogar ganz aus. Wie die Welthungerhilfe am Montag bekannt gab, wird es dort im Frühjahr nächsten Jahres zu einer gravierenden Nahrungsmittelknappheit kommen. Auf Satellitenbildern ist zu erkennen, dass sich die Dürregebiete immer mehr vergrößern und auch die Flüsse viel zu wenig Wasser führen. Der Regionaldirektor der Welthungerhilfe in Mali, Willi Kohlmus, bezeichnete diese Anzeichen als alarmierend.

Heribert Scharrenbroich, der Präsident der Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg, machte mit einem „Weckruf“ in den Medien vor allem auf die prekäre Situation im Niger aufmerksam. Er forderte die humanitäre Gemeinschaft auf, mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Ausmaße der drohenden Nahrungsmittelkrise so gering wie möglich zu halten. Durch schnelles Handeln könne eine anhaltende Krise im Niger abgewendet werden. Jetzt müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Menschen in den Dürregebieten zu unterstützen und nicht erst, wenn die Katastrophe bereits unzählige Menschen bedroht und nur noch Nothilfe geleistet werden kann.

Die Anzeichen für eine weitere Hungersnot in Afrika könnten deutlicher nicht sein. Doch Spenden bei den Hilfsorganisationen gehen meist erst ein, wenn die ersten Bilder der Opfer der Katastrophe in die Medien gelangen. Und auch die Regierungen und andere offizielle Stellen reagieren meistens viel zu spät. Scharrenbroich appelliert daher an alle, die drohende Krise in der Sahelzone nicht zu ignorieren und durch rechtzeitiges Handeln Menschenleben zu retten.

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